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Thomas-Cook-Pleite : Griechische Hoteliers rechnen mit Einbußen von bis zu 500 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Geschlossen: Das Thomas Cook-Büro auf dem Flughafen von Palma de Mallorca am Montag nach Bekanntgabe der Pleite. Bild: AP

Der Untergang des ältesten Reiseveranstalters der Welt hat dramatische Folgen. Hotelbetreiber bangen – und was wird aus der Fluggesellschaft Condor?

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          Griechische Tourismusverbände gehen davon aus, dass die Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook den Tourismussektor des Landes bis zu 500 Millionen Euro kosten könnte. Der Tourismusverband Sete rechnet mit Einbußen von 250 Millionen bis 500 Millionen Euro. Eine andere Berechnung, die des Verbands Hellenischer Hoteliers (GTP), schätzt den Verlust für die griechische Tourismusbranche auf 300 Millionen Euro. Es sei für die Wirtschaft „der stärkste Schlag seit der Finanzkrise“, schrieb am Dienstag die Wirtschaftszeitung „Naftemporiki“.

          Auch die spanische Tourismusbranche wird allein wegen der vom insolventen britischen Reisekonzern Thomas Cook nicht beglichenen Rechnungen nach Schätzungen mindestens 200 Millionen Euro verlieren. Diese Verluste würden große Hotelketten wie Meliá und Iberostar, aber auch mittlere und kleinere Unternehmen treffen, sagte der Vizepräsident des Reiseunternehmerverbandes Exceltur, José Luis Zoreda.

          Die Präsidentin der Hotelierverbandes von Mallorca (FEHM), Maria Frontera, hatte zuvor gewarnt, wegen der Thomas-Cook-Pleite sei „die Zukunft vieler Unternehmen ernsthaft gefährdet“. Die Konsequenzen der Pleite für die spanische Urlaubsinsel seien „von einer bisher nie dagewesenen Dimension“, sagte Frontera. Sie sprach von einem „harten Schlag“ und erklärte: „Wir sind noch dabei, die Konsequenzen für die Zukunft des Sektors zu evaluieren. Aber es gibt in der Branche große Sorgen.“

          „Sehr negative Auswirkungen“

          Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz sagte die Verbandschefin, es gehe nun zunächst darum, dabei zu helfen, dass die Rückkehr der betroffenen Touristen in die jeweiligen Heimatländer „so wenig traumatisch wie möglich gestaltet“ werde. Nach Medienberichten warteten am Montagabend auf dem Flughafen Son Sant Joan in Palma de Mallorca zwischen 1500 und 2000 von der Pleite betroffene Touristen auf Ersatzflüge, die sie nach Hause bringen sollten. Die Lage war am Flughafen aber ruhig.

          „Das ist ein sehr harter Schlag für die (Balearen-)Inseln“, sagte der für Tourismus zuständige Regionalminister Iago Negueruela dem Radiosender SER. Der finanzielle Schaden sei noch gar nicht abzuschätzen. Er machte die britische Regierung für das Scheitern eines Rettungsplanes für Thomas Cook verantwortlich.

          Für Spanien insgesamt habe die  Pleite „sehr negative Auswirkungen“, sagte die spanische Tourismus-Ministerin María Reyes Maroto in Madrid. Sie sei mit den Hotelier-Verbänden in Kontakt, um Strategien zu erarbeiten. Am Montag seien 46 Flüge von Thomas Cook in Spanien  ausgefallen, teilte die spanische Flughafenverwaltungsgesellschaft Aena mit. Jeweils fünf Starts und fünf Landungen wurden auf Mallorca gestrichen.

          Condor hofft

          Nach verschiedenen Schätzungen waren in Spanien 25.000 bis 30.000 Touristen vor allem aus Großbritannien, aber auch aus Deutschland und anderen Ländern betroffen. Mit Thomas Cook waren im vergangenen Jahr ungefähr 3,6 Millionen Touristen nach Spanien gereist. Vor allem auf die Balearen und Kanaren sowie nach Andalusien, Valencia und Katalonien.

          In Spanien betrieb der britische Konzern zuletzt 45 Hotels. „Man hat uns bisher nichts gesagt. Auch nicht, was wir mit den Gästen machen oder ihnen sagen sollen. Wir sind in großer Sorge“, sagte ein Hotelgeschäftsführer auf Mallorca.

          Der deutsche Ferienflieger Condor hofft derweil weiter auf staatliche Finanzspritzen. Zuletzt war offen, ob die Bundesregierung der bisher profitablen Fluggesellschaft einen Überbrückungskredit gewährt. Das könnte möglicherweise verhindern, dass Condor im Sog der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook ebenfalls in Schräglage gerät.

          Verbraucherschützer appellierten an die Bundesregierung, den beantragten Kredit an die Fluggesellschaft zu gewähren. Auch Flughafenbetreiber hoffen auf den Fortbestand der Airline.

          Zuvor hatten Gewerkschaften von der Bundesregierung gefordert, Condor zu unterstützen, um die 4900 Arbeitsplätze bei der Airline zu erhalten. Dagegen lehnt der Steuerzahlerbund staatliche Hilfen für Condor ab.

          Condor fliegt vorerst weiter. Die Airline hatte bereits kurz nach den gescheiterten Verhandlungen des Mutterkonzerns Thomas Cook mit möglichen Geldgebern einen Überbrückungskredit bei der Bundesregierung beantragt. Es geht dem Vernehmen nach um rund 200 Millionen Euro, um Liquiditätsengpässe zu verhindern. Die hessische Landesregierung hatte ergänzende Hilfe für die Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt in Aussicht gestellt.

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