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Griechenland : Vor der Entscheidung

Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro käme auch Deutschland teuer zu stehen. Aber im Falle Athens gilt das Sprichwort, wonach ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende.

          Die deutsche Bundeskanzlerin, der französische Staatspräsident und der Präsident der Europäischen Zentralbank haben binnen weniger Tage versichert, sie wollten alles für den Erhalt der Währungsunion Notwendige tun. Es ist auf kurze Sicht nur ein Ereignis denkbar, das vor allem an den internationalen Finanzmärkten die Zweifel an der Dauerhaftigkeit der Währungsunion verstärken könnte: der Austritt Griechenlands.

          Unfähigkeit und Unwilligkeit von Politik und Verwaltung

          Das aber wäre höchste Zeit. Auch wenn der offizielle Bericht der Troika noch nicht vorliegt, lassen die vorliegenden Informationen keinen Zweifel daran, dass Griechenland nicht tauglich ist, der Währungsunion weiterhin anzugehören. Nicht so sehr der tiefe und schmerzliche, aber auch unvermeidliche Einbruch der Wirtschaftsleistung disqualifiziert das Land, sondern die nachhaltige Unfähigkeit und Unwilligkeit von Politik und Verwaltung, dringend notwendige Reformen von Institutionen und Strukturen vorzunehmen.

          Irland, das seine Reformen zügig und klaglos durchzieht, hat dieser Tage erstmals seit dem Jahr 2010 wieder Anleihen am Kapitalmarkt plaziert. Die griechische Politik klagt stattdessen über Reformauflagen und baut auf zusätzliches Geld von den Partnern. Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro käme auch Deutschland teuer zu stehen. Aber im Falle Athens gilt das Sprichwort, wonach ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende.

          Keine gute Idee

          Auch unter Fachleuten bleibt umstritten, wie die Finanzmärkte mit Blick auf andere Peripheriestaaten auf einen Austritt Griechenlands reagieren würden. Schwere Turbulenzen scheinen weder zwingend zu sein, noch lassen sie sich ausschließen. In einer solchen Extremsituation kurzfristig stabilisierend in den Markt einzugreifen wäre eine Sache. Der Präsident der EZB, Draghi, weckt jedoch Erwartungen, die EZB sei bereit, durch den Kauf von Staatsanleihen einen dauerhaften Beitrag zu niedrigeren Renditen in Spanien und Italien zu leisten. Dies wäre keine gute Idee.

          Das Beispiel Irlands zeigt, dass konsequente Reformpolitik einem in Schwierigkeiten geratenen Land allmählich wieder Ansehen bei internationalen Anlegern verschaffen kann. Die internationalen Kapitalgeber zweifeln aber, nicht völlig grundlos, an einem konsequenten Reformwillen in Spanien und Italien. Daran könnten auch Anleihekäufe der EZB nichts ändern.

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