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Griechenland : Bankenverband hält Euro-Austritt für verkraftbar

  • Aktualisiert am

Frankfurter Bankentürme Bild: REUTERS

Vor zwei Jahren galt ein Abschied Griechenlands aus der Eurozone als unvorstellbares Schreckgespenst. Spätestens seit der Wahl in Athen ändert sich das auch offiziell. Der Bankenverband erklärt: „Die Auswirkungen wären begrenzt.“

          Sollte Griechenland aus der Währungsunion ausscheiden, wäre dies für den Euroraum nach Auffassung des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) kein Drama. „Ich glaube, dass die Eurozone es verkraften könnte“, sagte Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer am
          Freitag dem Deutschlandfunk. „Die unmittelbaren Auswirkungen wären begrenzt.“ Er sei hier derselben Ansicht wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „Wir sind jetzt sicherlich besser vorbereitet auf einen solchen Schritt als wir es vor zwei Jahren gewesen wären.“ Die deutschen Banken hätten ihre Forderungen an Griechenland im Zuge des jüngsten Schuldenschnitts und schon davor erheblich abgeschrieben.

          „Die Situation ist immer noch sehr labil“

          Kemmer mahnte allerdings, ein Abschied der Griechen aus dem Euro würde Zweifel am Fortbestand der Währungsgemeinschaft sowie Ansteckungsgefahren nähren. Erfreuen könne eine solche Entwicklung nicht.

          Zu der Krise in Spanien sagte Kemmer, es frage sich, woher das Land das Geld für Rettungsaktionen im Bankenbereich nehmen wolle. Noch glaube die Regierung in Madrid, dies alleine zu schaffen. Es gebe aber die Möglichkeit, den Euro-Krisenfonds EFSF um Hilfe zu bitten. „Es kann durchaus sein, dass das in diesem Fall so erfolgen wird“, sagte Kemmer. Dann müsse Spanien aber Auflagen akzeptieren.

          Die Vertrauenskrise im Bankenbereich ist nach den Worten der Verbandsfunktionärs noch nicht vorbei, wenn sich auch zuletzt die Refinanzierung der Institute gebessert habe. „Die Situation ist immer noch sehr labil.“ Bislang sei das Vertrauen nicht voll zurückgekehrt.

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