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Griechenland : Acht Milliarden Euro für tote Rentner

Griechenland hat ein neues Problem mit Statistiken Bild: dapd

Der größte griechische Rentenfonds hat im vergangenen Jahrzehnt bis zu acht Milliarden Euro für Tote überwiesen. Profitiert haben meist die Angehörigen.

          Die größte griechische Rentenkasse IKA hat im vergangenen Jahrzehnt einen Betrag zwischen 7 Milliarden und 8 Milliarden Euro an Angehörige von Verstorbenen überwiesen. Das sagte ihr Direktor Rovertos Spyropoulos dem griechischen Fernsehsender Skai. Die Rentenkasse werde von den betrügerischen Angehörigen die erschwindelten Beträge bis zum letzten Euro zurückfordern, kündigte Spyropoulos an. Ein Teil der ausbezahlten Beträge wurde auch auf nicht angetastete Bankkonten der Verstorbenen überwiesen. IKA, die größte der sieben Rentenkassen, steht unter Druck, Einsparungen vorzunehmen. Deshalb hatte sie bei einem Zensus alle Versicherten aufgefordert, bis zum 30. September 2011 alle Daten zu erneuern. Seither stößt die Kasse auf die Auszahlungen an bereits verstorbene frühere Versicherte.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          In den vergangenen Monaten habe IKA bereits mehr als 700 Millionen Euro gespart, sagte Spyropoulos. Die Einsparungen waren möglich geworden, weil die Zahlung von Renten an verstorbene Versicherte eingestellt worden waren und weil die Bezahlung von Arzneimittelrezepten besser überwacht worden ist. Zuletzt war im August bekannt geworden, dass IKA die Zahlungen für 1473 Pensionäre beendet hatte, die verstorben waren. IKA leitete eine Untersuchung ein, die zutage brachte, dass mehr als 9000 Rentner im Alter von mehr als 100 Jahren bei der Kasse registriert waren. Damit hätte Griechenland global die höchste Quote von Menschen, die älter als 100 Jahre sind.

          Die defizitären griechischen Rentenkassen stehen auch durch den am vergangenen Wochenende beschlossenen Staatsschuldenschnitt von 50 Prozent unter Druck. Die Kassen halten von den 26 Milliarden Euro Staatsanleihen, die griechische Institutionen halten, Titel im Wert von 8 Milliarden Euro. Um die anstehenden Abschreibungen von 4 Milliarden Euro zu kompensieren, prüft die Athener Regierung, den Rentenkassen Aktiva des Staats zu übertragen. Dazu soll ein eigener Fond eingerichtet werden. Die griechische Regierung muss bereits 50 Prozent der Etats der Rentenkassen aus dem Staatshaushalt aufbringen und überweist dazu an die sieben Rentenkassen im Jahr 13 Milliarden Euro. Die Reform der griechischen Rentenkassen gehört zu den großen Aufgaben Griechenlands. Im September hat die Regierung in einer Einzelmaßnahme Renten von mehr als 1200 Euro um 20 Prozent gekürzt, bei Frührentner erreichen die Kürzungen bis zu 40 Prozent.

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