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Trumps Anwälte : Wann müssen Anwälte Grenzen setzen?

  • -Aktualisiert am

Nichts zu verlieren: Rudy Giuliani trat mehrmals in Phildadelphia auf, um über angeblichen Wahlbetrug zu reden. Mit dabei war Trumps Schwiegertochter Lara Trump. Bild: AP

Der Kreis der juristischen Berater Trumps um Rudy Giuliani zeigt, dass nur die Bezahlung noch lange nicht jede Handlung rechtfertigt. Doch wann müssen sich Anwälte tatsächlich positionieren?

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          Das Auftreten von Donald Trumps juristischen Beratern wirft Fragen auf, wie sich Anwälte in Konflikten positionieren und wo sie Grenzen überschreiten, die bis vor wenigen Jahren rote Linien waren. Das gilt vor allem für den engsten Zirkel um Rudy Giuliani, der über die medialen Kanäle das Narrativ vom angeblichen Betrug am republikanischen Wähler aufrechterhält.

          Doch Giuliani tut, wie ihm geheißen. Dafür wird er von Trumps Kampagne schließlich bezahlt. Der erfahrene Anwalt sollte aber längst bemerkt haben, dass die Gerichte für Joe Biden votieren. Niederlagen gibt es in der Politik wie vor Gericht, nun müssten Trumps Anwälte das Rückgrat haben, sich dies auch einzugestehen. Denn mit jedem Tag werden die Attacken auf den gesamten Berufsstand schärfer. Wer Kampagnen wie gegen Jones Day anzettelt, ohne die Anschuldigungen belegen zu können, macht es nicht besser als das Trump-Lager.

          Das Vertrauen in das Wahlsystem hat dadurch einen tiefen Schaden genommen. Nun müssen die Anwälte, die selbst Organe der Rechtspflege sind, die Möglichkeit haben, es wiederherzustellen. Giuliani sollte dabei außen vor bleiben. Mit seinem Auftreten hat er jeglichen Kredit beim Wähler verspielt.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

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