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Klimaschutz : Das Greenwashing und seine Gefahren

Plastik oder doch das Einmachglas? Immer mehr Verbraucher machen sich darüber Gedanken. Bild: dpa

Ökologisches Marketing nimmt zu, fördert jedoch mitunter Misstrauen. Auch der Fast-Food-Konzern McDonald’s bekommt das zu spüren. Zu Recht?

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          Burger in Verpackungen aus Graspapier, Eis mit Holzlöffeln und Ketchup in Waffeln: Was nach einem umweltbewussten Restaurant im hippen Berliner Trendviertel klingen mag, ist in Wahrheit eine Filiale der Burgerkette McDonald’s, die mit ihrem sogenannten „Better M Store“ im Juni zehn Tage lang testete, wie sie Müll reduzieren kann. Damit springt der umsatzstärkste Fast-Food-Konzern der Welt, der jüngst einen veganen Burger in sein Sortiment aufnahm, auf den branchenübergreifenden Nachhaltigkeitszug. Laut einer PWC-Studie aus dem Jahr 2018 befürworten 92 Prozent der Befragten einen weitgehenden Verzicht auf Plastik. So gilt Öko-Grün mittlerweile nicht mehr nur als hip, sondern auch als verkaufsfördernd. Aber diese Entwicklung birgt Gefahren. Denn nicht überall, wo grün draufsteht, ist auch grün drin; von „Greenwashing“ ist die Rede, wenn sich Unternehmen einen ökologischen Anstrich verpassen, in Wahrheit aber vieles beim Alten belassen.

          Johanna Christner
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Bei den Menschen steigt das Bewusstsein für Themen wie Klimawandel, Plastikvermeidung oder vegane und tierversuchsfreie Kosmetik in den letzten Jahren immer stärker an, die Nachfrage nach nachhaltigen und ökologischen Produkten steigt immer mehr“, sagt Andreas Petke, der bei der Drogeriemarktkette Dm für Nachhaltigkeit zuständig ist. Produktalternativen wie feste Haarseife, Holzzahnbürsten oder Produkte mit ressourcenschonenden Verpackungen kämen zunehmend gut bei den Kunden an. Dabei hat dm schon seit längerem Naturkosmetik in den Regalen – und damit versucht, auf die verstärkte ökologische Sensibilität von Verbrauchern zu reagieren.

          Anders McDonald’s. Umweltfreundliches Handeln gehörte bislang nicht zu den Königsdisziplinen des Fast-Food-Riesen: Immer wieder stand der amerikanische Konzern wegen hoher Abfallproduktion und schlechten Haltungsbedingungen von Tieren in der Kritik von Umweltschützern und Tierrechtlern. Seit März dieses Jahres will sich McDonald’s deshalb gezielt dem mangelnden Vertrauen in die eigene Marke entgegenstellen. Der „Better M Store“ in Berlin ist dabei neben Plakaten sowie Werbefilmen Bestandteil einer Kampagne mit dem Titel „Ob du’s glaubst oder nicht“.

          Plastikfrei: McDonald’s steht wegen hoher Abfallproduktion in der Kritik. Das soll sich nun ändern.
          Plastikfrei: McDonald’s steht wegen hoher Abfallproduktion in der Kritik. Das soll sich nun ändern. : Bild: obs/McDonald’s Deutschland

          Bis zum Jahr 2030 will die Fast-Food-Kette 30 Prozent weniger klimaschädliches Kohlendioxid produzieren. Um das zu erreichen, nimmt sie Fleisch und Plastikverpackungen als die größten Verursacher in den Fokus. Die im amerikanischen Bundesstaat Minnesota ansässige Umweltschutzorganisation „Mighty Earth“ äußert dennoch lautstarke Kritik: Während McDonald’s mit Verpackungen der Zukunft experimentiere, stamme das verwendete Tierfutter vom Futterlieferanten Cargill. Diesen bezeichnen die Umweltschützer als „schlimmstes Unternehmen der Welt“. So seien wegen Cargill rund 800000 Hektar Regenwald abgeholzt worden. „Mc Donald’s Deutschland bezieht keine Produkte von Cargill“, sagt eine Sprecherin von McDonald’s Deutschland. Dies gelte für den deutschen Markt, für andere Märkte könne sie nicht sprechen.

          Die veganen Burger des Konzerns stammten zudem, wie „Mighty Earth“ weiter bemängelt, von der Nestlé-Tochtergesellschaft Garden Gourmet. „Wir haben uns im Vorfeld verschiedene Lieferanten angeschaut, die unsere Standards und Vorgaben erfüllen können – Garden Gourmet konnte uns dabei am meisten überzeugen“, heißt es von Mc Donald’s Deutschland zu den Vorwürfen. Skeptiker lassen sich allerdings auch hierzulande finden. Als Mc Donald’s einen Werbespot zum neuen veganen Burger ins Internet stellte und darin auf den Konflikt um den Hambacher Forst anspielte, folgten Angriffe mit Farbbomben auf mehrere Filialen in Freiburg. Im Internet wird von anonymen Aktivisten zudem zu weiteren Angriffen dieser Art aufgerufen.

          Dem Risiko des Greenwashings sind sich auch Fachleute bewusst. „Überall, wo Geld verdient werden kann, gibt es auch schwarze Schafe“, sagt Michael Bilharz vom Umweltbundesamt. Doch man könne und müsse mit dieser Gefahr leben. Selbst die radikale Tierrechtsorganisation Peta begrüßt den veganen Weg, den McDonald’s verstärkt einschlägt. „Die leichtere Verfügbarkeit veganer Produkte ist wichtig, um mehr Menschen für die vegane Lebensweise zu begeistern und so die Nachfrage zu steigern – auch wenn sie von Unternehmen stammen, die weiterhin mit tierischen und nicht nachhaltigen Produkten Geld verdienen“, sagt Felicitas Kitali von Peta.

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