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Kein Eilverfahren : Schlappe für Verteidigungsministerium im Streit um „Gorch Fock“

Das Marine-Segelschulschiff „Gorch Fock“ liegt in einem Dock der Bredo-Werft. Bild: dpa

Im Streit um die Sanierung des Marineseglers „Gorch Fock“ wird es keine Lösung im Eilverfahren geben. Das Landgericht Bremen lehnte am Dienstag einen entsprechenden Antrag ab.

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          Die Bundesmarine wird wohl noch länger auf ihr Segelschulschiff warten müssen. Im Streit um unbezahlte Rechnungen für das Marineschulschiff „Gorch Fock“ hat das Verteidigungsministerium am Dienstag eine juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht Bremen lehnte es ab, im Eilverfahren eine einstweilige Verfügung gegen die Bredo-Werft in Bremerhaven zu erlassen, das Schiff herauszugeben. Dies hatte das Verteidigungsministerium beantragt, nachdem die Bremerhavener Bredow-Werft das Schiff wegen ausstehender Forderungen als Pfand behalten und nicht wie geplant am Freitag aus dem Dock der Werft wieder zu Wasser lassen wollte.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Der Traditionssegler „Gorch Fock“ liegt seit langem bei der Werft in Bremerhaven im Dock. Bredo betrachtet den sanierten Rumpf als Pfand. Sie hat angekündigt, das Schiff am Freitag nur zu Wasser zu lassen, wenn der Bund offene Rechnungen von 5,1 Millionen Euro bezahlt. Das Verteidigungsministerium lehnte das ab. Das Bremer Gericht teilte mit, dieser Streit müsse nicht eilbedürftig entschieden werden. Nach der Entscheidung des Gerichts dürfte das Schiff das Dock nun nicht wie vom Verteidigungsministerium geplant am Ende der Woche verlassen und damit zum ersten Mal nach drei Jahren wieder zu Wasser gelassen werden. Die Bredo-Werft ist einer der wichtigsten Subunternehmer und sitzt nach eigenen Angaben wegen der „Gorch Fock“ auf 10,5 Millionen Euro Außenständen.

          Die Elsflether Werft ist Generalunternehmer bei der Sanierung der „Gorch Fock“, deren Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Für das Verteidigungsministerium bedeutet die Entscheidung des Landgerichts eine Schlappe, auch wenn über den Fall selbst noch nicht entschieden ist. „Wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen, dass das Landgericht die Eile der Sache nicht anerkennt“, sagte ein Sprecher dazu. Über das weitere Vorgehen im Streit um die Sanierung der „Gorch Fock“ werde zügig entschieden.

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