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Fitnessbänder : Google übernimmt Fitbit für zwei Milliarden Dollar

Fitnessband von Fitbit Bild: EPA

Google zahlt Milliardenbetrag für Fitbit. Die Übernahme ist mit ungewöhnlichem Datenversprechen verbunden.

          2 Min.

          Google wagt einen weiteren Milliardenkauf. Der Internetkonzern kündigte am Freitag die Übernahme von Fitbit an, einem der bekanntesten Hersteller von Fitnessbändern und Computeruhren. Er will sich die Akquisition 2,1 Milliarden Dollar in bar oder 7,35 Dollar je Aktie kosten lassen. Über ein mögliches Kaufinteresse von Google ist in den vergangenen Tagen schon spekuliert worden, und dies hat den Kurs der Fitbit-Aktie in die Höhe getrieben. Der jetzt vereinbarte Preis entspricht einem Aufschlag von rund 70 Prozent auf den Kurs vor diesen Gerüchten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Fitbit gilt als Pionier im Geschäft mit Geräten, die Fitness- und Gesundheitsdaten messen. Das vor zwölf Jahren gegründete Unternehmen stellte zunächst Fitnessarmbänder her, seit einiger Zeit verkauft es auch Computeruhren mit integrierten Fitnessfunktionen. Fitbit hat maßgeblich zur Popularität von solchen Geräten beigetragen, sieht sich aber in dem Markt immer stärkerer Konkurrenz gegenüber, etwa von asiatischen Herstellern wie Huawei oder Xiaomi, deren Produkte oft billiger sind, oder auch von Apple mit der Apple Watch, die sich nach mäßigem Start mittlerweile großer Beliebtheit erfreut.

          Die Geschäftsergebnisse von Fitbit waren zuletzt durchwachsen. 2018 fiel der Umsatz. Im ersten Halbjahr 2019 gab es zwar wieder ein Wachstum von sieben Prozent, das Unternehmen korrigierte aber seine Prognose für das Gesamtjahr nach unten, weil sich ein neues Uhrenmodell nicht so gut verkauft wie erhofft. Fitbit ist außerdem hochdefizitär. Im ersten Halbjahr gab es bei einem Umsatz von 585 Millionen Dollar einen Nettoverlust von 148 Millionen Dollar.

          Google ist vor allem für Internetdienste wie seine Suchmaschine bekannt, hat aber auch ein wachsendes Geschäft mit Hardwareprodukten. Vor einigen Jahren zahlte der Konzern einen Milliardenbetrag für Nest, einen Spezialisten für digital vernetzte Produkte im Haushalt wie Thermostate. Unter der Marke Nest verkauft Google auch Lautsprecher mit integrierter Assistenzsoftware.

          Der Konzern hat auch eine Smartphone-Reihe mit dem Namen „Pixel“. Im Geschäft mit Digitaluhren ist er schon auf der Softwareseite mit dem Betriebssystem Wear OS vertreten, und in diesem Jahr kaufte er dem Uhrenhersteller Fossil für 40 Millionen Dollar die Rechte an Technologien ab, die mit Computeruhren zu tun haben. Es wird auch schon seit einiger Zeit spekuliert, dass Google selbst eine Uhr herausbringen will. Fitbit wird den Konzern dazu nun schlagartig in die Lage versetzen. Die Ankündigung der Übernahme war mit einem ungewöhnlichen Datenversprechen verbunden. Mit Blick auf die Tatsache, dass Fitbit über sensible Gesundheits- und Fitnessdaten verfügt, legten beide Unternehmen Wert auf die Feststellung, dass diese Informationen nicht für das Anzeigengeschäft von Google verwertet und auch an niemanden verkauft werden.

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