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Google-Prominenz exklusiv : Musk, Merz und jede Menge Machtfragen

Elon Musk ist 2018 die meist gesuchte Person bei Google. Bild: Reuters

Deutsche Vorstandschefs sind auf Google kaum gefragt – mit ein paar Ausnahmen: Eine Auswertung der Suchmaschinenanfragen zeigt, wer wann von deutschen Nutzern am meisten gesucht wurde.

          Der Dreikampf um den Vorsitz in der CDU hat nicht nur die Parteimitglieder in den vergangenen Wochen elektrisiert. Die Wahl um den höchsten Posten in der Union hielt das ganze Land in Atem. Die Siegerin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie ihre beiden Kontrahenten Friedrich Merz und Jens Spahn schossen auch im medialen Interesse an die Spitze. In diesem hochpolitischen Klima war für Wirtschaftsthemen und deren Exponenten gefühlt wenig Platz. Ein Manager schaffte es in der Beliebtheit der Internetnutzer allerdings noch vor das Kandidatentrio der Union: Elon Musk, Gründer und Vorstandschef des Elektroautoherstellers Tesla sowie des Raumfahrtkonzerns SpaceX.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Der Amerikaner südafrikanischer Herkunft ist die meistgesuchte Person im Jahr 2018 aus einer großen Gruppe von Personen aus Wirtschaft und Politik. Dazu hat der Suchmaschinenbetreiber Google für die F.A.Z. die Anfragen deutscher Nutzer bis Anfang Dezember ausgewertet. Neben den Vorstandsvorsitzenden der im deutschen Leitindex Dax notierten Konzerne waren darunter auch internationale Manager, Familienunternehmer sowie als Vergleichsgruppe die genannten Unionspolitiker. Für die Wertung wurde der höchste Suchwert, in diesem Falle von Musk, mit dem Wert 100 indexiert. Alle anderen wurden dazu ins Verhältnis gesetzt und bekamen eine entsprechende Punktzahl zugewiesen.

          Zuckerberg noch hinter Kramp-Karrenbauer

          Elon Musk bleibt jedoch unerreicht, und dafür hat er auch 2018 einiges getan. Er hat unter anderem einen Rettungstaucher als Pädophilen beschimpft, Analysten bekamen ihr Fett ebenso weg wie die amerikanische Börsenaufsicht, die ihn wegen seiner Kursmanipulationen per Kurznachrichtendienst bestraft hatte. Auch dass er erstmals einen Gewinn für Tesla bekanntgeben konnte sowie sehr persönliche Äußerungen zu Drogenkonsum dürften das Interesse an ihm gesteigert haben.

          Auf Platz zwei hinter dem charismatischen Manager landete etwas überraschend Jens Spahn mit immerhin 74 Punkten, dem dabei geholfen haben dürfte, dass er als Bundesgesundheitsminister schon vor seiner Kandidatur im öffentlichen Interesse stand. Selbiges gilt abgeschwächt für die bisherige Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer mit einem Wert von 47. Umso erstaunlicher sind die 61 Punkte von Friedrich Merz, dessen Kandidatur erst Ende Oktober entstand und der damit während des Wahlkampfes wohl der Liebling der Google-Sucher war. Es folgt der Facebook-Chef Mark Zuckerberg (24), bevor es mit dem Drogeriemarktgründer Dirk Roßmann (6) im einstelligen Bereich weitergeht.

          Roßmanns zuletzt erschienene Autobiographie dürfte dabei eine große Rolle gespielt haben. Damit liegt er noch vor den Dax-Chefs Dieter Zetsche (Daimler) und Joe Kaeser (Siemens) mit je 5 Punkten. Noch einen Zähler dahinter landeten die beiden Amtsneulinge Herbert Diess (Volkswagen) und Christian Sewing (Deutsche Bank). Diess lag übrigens nur einen Punkt vor seinem Vorvorgänger Martin Winterkorn, was mit den andauernden Ermittlungen im Diesel-Skandal zusammenhängen dürfte.

          Auch Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der öffentlich kaum noch in Erscheinung tritt, kam noch auf einen Wert von 2 – und stieß damit auf ein doppelt so hohes Interesse unter den Google-Nutzern wie die amtierenden Dax-Chefs Frank Appel (Post), Werner Baumann (Bayer), Kasper Rorsted (Adidas) und Tim Höttges (Telekom).

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