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Goldpreis : Gegen Inflationsängste

  • -Aktualisiert am

Die physische Nachfrage fällt als Erklärung für den Goldpreisanstieg aus. Spekulanten haben den günstigen Dollarkurs genutzt, um sich mit Terminkontrakten einzudecken. Zur Absicherung gegen Inflation erscheinen Gold und Aktien nicht mehr als Gegenspieler, sondern als perfekte Ergänzung.

          Normalerweise treten Gold und Aktien am Markt als Antagonisten auf: Werden die Zeiten rauer, verlieren die Anleger ihre Risikolust und flüchten sich in das werthaltige Edelmetall. Mit dem Konjunkturoptimismus steigt dann auch wieder der Risikoappetit der Investoren, und sie verlassen den sichereren Hafen auf der Suche nach höheren Renditen.

          Am Dienstag ist der Goldpreis bei mehr als 1000 Dollar je Feinunze auf den höchsten Stand seit März 2008 gestiegen - während gleichzeitig die Aktienbörsen den vierten Tag in Folge Gewinne verzeichneten. Die physische Nachfrage fällt als Erklärung für den Goldpreisanstieg aus: Weder Anlagegold in Form von Barren oder Münzen war in den vergangenen Wochen besonders begehrt, noch haben die Juweliere Vorräte angelegt.

          Stattdessen haben Spekulanten den günstigen Dollarkurs genutzt, um sich mit Terminkontrakten einzudecken. Am Finanzmarkt spielen nicht nur Konjunkturhoffnungen eine Rolle, sondern auch zunehmend Inflationsängste. Gold erscheint vielen Anlegern als geeignetes Instrument, um sich gegen einen Wertverlust des Geldes abzusichern. Aus diesem Blickwinkel erscheinen Gold und Aktien nicht mehr als Gegenspieler, sondern als perfekte Ergänzung.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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