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Goldman-Banker kommt : Deutsche Bank baut Vorstand um

Wechselte nach 7 Jahren als Finanzchef beim Energiekonzern Eon zu Goldman Sachs und soll nun zur Deutschen Bank kommen: Marcus Schenck Bild: Ute Grabowsky/photothek.net

Das Führungsgremium der Deutschen Bank bekommt Zuwachs: Ein früherer Goldman-Sachs-Banker wird Finanzchef. Amtsinhaber Krause bekommt eine neue Aufgabe.

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          Die Deutsche Bank wird ihren Vorstand umbauen und um zwei Mitglieder erweitern. Das verlautete am Dienstagabend aus Finanzkreisen. Im Zuge des Umbaus wird Finanzvorstand Stefan Krause in das neu geschaffene Ressort Strategie wechseln. Die Verantwortung für Finanzen wird Marcus Schenck übernehmen, der von Goldman Sachs kommt. Zudem wird das neue Vorstandsressort Interne Revision zusammen mit Recht Christian Sewing verantworten. Das Ressort Recht gibt Stephan Leithner ab, der weiterhin für Personal und das Europa-Geschäft zuständig sein wird. Er soll sich stärker um die Kundenbeziehungen in Europa kümmern. Das Ressort von Technologievorstand Henry Ritchotte wird aufgewertet. Er wird das wichtige Thema Digitalisierung der Bank betreuen.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sewing war bislang für die Kontroll-, Steuerungs- und Lenkungsfunktionen konzernweit zuständig. Künftig soll er auch die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden verantworten. Er soll gute Kontakte zur deutschen Finanzaufsicht Bafin haben. Dort läuft seit mehr als zwei Jahren eine Sonderprüfung der Deutschen Bank im Zusammenhang mit den Manipulationen von Referenzzinsen wie dem Libor. Die Bank ist derzeit mit 180 Verfahren von Aufsichtsbehörden konfrontiert. Krause soll sich künftig um die langfristige Ausrichtung der Bank kümmern.

          Erster größerer Umbau seit Berufung der Doppelspitze

          Am Mittwoch wird die Deutsche Bank ihre Quartalszahlen vorlegen. Darüber hinaus tagt der Aufsichtsrat. Im Anschluss an dessen Sitzung dürften die Vorstandspersonalien dann offiziell mitgeteilt werden. Es ist der erste größere Umbau des Führungsgremiums, seit Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Juni 2012 als Vorstandsvorsitzende die Nachfolge von Josef Ackermann angetreten haben. Der Vorstand wird künftig von sieben auf neun Mitglieder ausgebaut.

          Schenck war von 2006 bis Juli 2013 Finanzvorstand des Energiekonzerns Eon. Danach kehrte er zu Goldman Sachs zurück, wo er in London gearbeitet hat. Von 1994 bis 1999 war Paul Achleitner, der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Deutschland-Chef von Goldman Sachs. Bei der amerikanischen Investmentbank kommt es auch zu einem Wechsel an der deutschen Führungsspitze. Alexander Dibelius wird abtreten und künftig als einer von drei Ko-Chairmen für die weltweiten Kundenbeziehungen im Investmentbanking verantwortlich sein. Seine Nachfolge treten Wolfgang Fink und Jörg Kukies an. Konkurrenten führten Dibelius' Wechsel auch auf das Ausbleiben größerer Transaktionen zurück. „Bei Goldman Sachs ist man nur so gut wie der letzte große Deal, und der liegt nun schon drei Jahre zurück“, kommentierte ein Investmentbanker.

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