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Go-App statt Service : Wer braucht noch Kassierer im Supermarkt?

Einer der schon existierenden „Amazon Go“-Läden ohne Kasse in Seattle Bild: dpa

Amerikanische Supermarktkunden machen alles selbst: scannen, kassieren und einpacken. Aber das ist nur für den Übergang – die Zukunft ist anders.

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          Wer früher Deutschland als Dienstleistungswüste darstellen wollte, griff gerne zum Vergleich auf das Bild freundlicher Supermarktmitarbeiter  in den Vereinigten Staaten zurück, die den Kunden sogar die Waren in braune Papiertüten packten und in den Kofferraum trugen. Schade, dass diese Darstellung so wenig mit der aktuellen Realität zu tun hat: Alle großen Supermärkte haben inzwischen umfassende Kassen, an denen sich die Kunden selbst auschecken können. Die Käufer müssen ihre Waren selber scannen, einpacken und kassieren sich quasi selber ab. Wenn etwas schiefgeht, dann gibt die Scannerkasse ein lautes Signal und tönt: „unerwartetes Objekt in der Einpackzone“. Jeder einkaufende Amerikaner kennt diesen Satz. 

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Erlösung bringt dann in der Regel eine knapp an der Mindestlohngrenze entlohnte Supermarkt-Kraft, die herbeischlurft und mit ihrer Karte die Kasse manipuliert. Den Einkauf verpackt der moderne Kunde ebenfalls selbst und trägt die Tüten  selbst in seinen Wagen. Damit die Selbstkassen auch eifrig genutzt werden, sind die klassischen Kassen spärlicher besetzt als früher. Die Servicewüste hat sich bis in die Vereinigten Staaten  ausgebreitet. Die Welt hatte mit fliegenden Autos gerechnet und bekam stattdessen erst einmal Self-Check-Out-Zonen.

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