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Kein Erfolg für Macron : Glyphosat-Verbot in Frankreich gescheitert

  • Aktualisiert am

Ein französischer Bauer verteilt den Unkrautvernichter Glyphosat auf einem seiner Felder im Nordwesten Frankreichs. Bild: AFP

Der französische Präsident Macron wollte den umstrittenen Unkrautvernichter auf Landesebene verbieten. Nach dem Veto setzt er nun auf die Selbstverpflichtung der Bauern.

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          Das geplante Glyphosat-Verbot ist in Frankreich vorerst gescheitert: Die Pariser Nationalversammlung lehnte ein gesetzliches Aus für den Unkrautvernichter in der Nacht zu Dienstag ab. Dies ist ein Dämpfer für Präsident Emmanuel Macron: Er hatte im Herbst angekündigt, die Substanz innerhalb von drei Jahren zu verbieten.

          Auch Macrons Partei La République en Marche (LREM) stimmte gegen ein Glyphosat-Verbot. Abgeordnete argumentierten in der Debatte, dies würde die Landwirte mangels Alternativen vor massive Probleme stellen. Glyphosat ist der Hauptbestandteil des Herbizids Roundup, das der amerikanische Konzern Monsanto vertreibt.

          Die französische Regierung setzt nun nach Angaben eines Sprechers auf eine freiwillige Selbstverpflichtung von Landwirten und Industrie, Glyphosat ab dem Frühjahr 2021 nicht mehr einzusetzen. Zudem soll die Suche nach alternativen Mitteln vorangetrieben werden.

          Glyphosat ist eines der weltweit meistverkauften Herbizide. Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten das Mittel für „wahrscheinlich krebserregend“. Aufsichtsbehörden in Deutschland und der EU kamen hingegen zu dem Schluss, dass von dem Unkrautvernichter keine Gesundheitsgefahr ausgeht.

          Die EU hatte die Zulassung von Glyphosat im November mit deutscher Zustimmung um fünf Jahre verlängert. Daraufhin kündigte Macron Schritte für ein nationales Verbot an.

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