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Jonas Jansen, Redakteur in der Wirtschaft

Bayer : Das Glyphosat-Paradox

  • -Aktualisiert am

Das Bayer-Logo am Werk in Bitterfeld-Wolfen Bild: dpa

Bayer hat einen Plan zu Glyphosat und verfolgt ihn konsequent. Trotzdem war der Monsanto-Kauf ein Fehler.

          3 Min.

          Das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup ist für Bayer Segen und Fluch. Angesichts der Ukraine-Krise und der Sorge um die zukünftige Lebensmittelversorgung fragen Landwirte vor allem in den Vereinigten Staaten das Pflanzenschutzmittel in enormen Mengen nach. Weil außerdem die Glyphosat-Produktion aufgrund der Rohstoffknappheit mancherorts stockt, hat sich der Preis für das Mittel im Jahresvergleich verdoppelt. Um 60 Prozent ist der Umsatz von Bayers Agrarsparte mit Herbiziden im ersten Quartal gestiegen. Auch dank einer stattlichen Rendite macht Glyphosat dem Leverkusener Dax-Konzern operativ große Freude, ist die Agrarsparte doch viel profitabler als die Geschäftsbereiche der Konkurrenz.

          Gleichzeitig haftet der Glyphosat-Makel hartnäckig an Bayer. Die mit der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Saatgutkonzerns Monsanto eingekauften Rechtsrisiken lasten auf dem Dax-Konzern. Das hat der jüngste Absturz des Börsenkurses um fast 10 Prozent wieder eindrücklich gezeigt. Der Ausverkauf folgte auf die Empfehlung der amerikanischen Generalstaatsanwältin Elizabeth Prelogar an den Obersten Gerichtshof, ein Berufungsersuchen von Bayer zu einer Glyphosat-Klage nicht anzunehmen.

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