https://www.faz.net/-gqe-92g0h

Glyphosat : Eltern von behindertem Sohn wollen Monsanto verklagen

  • Aktualisiert am

Der Unkrautvernichter mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat ist für den amerikanischen Konzern Monsanto sehr rentabel. Bild: dpa

Eine Familie macht das Unkrautgift Glyphosat für die Fehlbildungen an Speiseröhre und Kehlkopf ihres Sohnes verantwortlich. Sie will nun gegen den Konzern Monsanto vor Gericht ziehen.

          1 Min.

          Die Eltern eines behinderten Zehnjährigen wollen in Frankreich gerichtlich gegen den amerikanischen Konzern Monsanto vorgehen. Das Paar aus dem südöstlichen Département Isère macht das Unkrautgift Glyphosat für die Fehlbildung der Speiseröhre und des Kehlkopfes ihres Sohnes verantwortlich, wie der Vater des Kindes am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Familie verweist auf ähnliche Missbildungen in Argentinien.

          Die Anwälte der Familie wollen die Klage nach Angaben des Vaters innerhalb von zwei Wochen bei einem französischen Gericht einreichen. Ziel sei es, die Verantwortung von Monsanto festzustellen. Die Mutter hatte zu Beginn ihrer Schwangerschaft im Sommer 2006 nach eigenen Angaben das Herbizid eingeatmet. Der Sohn muss seit seiner Geburt künstlich beatmet werden und wird in Kürze zum 52. Mal operiert.

          Glyphosat ist in Europa hoch umstritten: Das Internationale Krebsforschungszentrum stuft die Chemikalie als „wahrscheinlich“ krebserregend ein. Die EU-Chemieagentur Echa hält ein solches Risiko dagegen für „unwahrscheinlich“.

          Die EU-Kommission hatte die Zulassung für den Unkrautvernichter vorläufig bis Ende dieses Jahres verlängert. Frankreich stimmte gegen den Schritt. Die Bundesregierung hatte bisher keine einheitliche Haltung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Schüler stecken sich vornehmlich außerhalb der Schule mit Corona an

          Corona in Schulen : Ansteckungen abseits des Pausenhofs

          Befürworter von Schulschließungen argumentieren mit einer hohen Dunkelziffer von Corona-Infektionen – doch die gibt es gar nicht, wie jüngste Zahlen zeigen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.