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Liberalisierung : Neue Leitplanken für das Glücksspiel

  • -Aktualisiert am

Vorstellungen vom Glücksspiel sind häufig mit Automaten in Kneipen verbunden. Doch das Geschäft verlagert sich zunehmend ins Internet. Bild: dpa

Die neuen Regeln verursachen Kosten, die illegale Wettbewerber nicht haben. Doch sie sind besser als ein Verbot, das ohnehin nicht durchgesetzt wird.

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          Das Klischee ist klar: Glücksspiel gilt als verrucht und anrüchig. Spielhallen stehen in schäbigen Gewerbegebieten und einarmige Banditen in heruntergekommenen Gaststätten, in denen man nicht unbedingt essen möchte. Süchtige verspielen dort ihr Monatsgehalt oder ihre Sozialhilfe. Den Betreibern wird nicht selten eine gewisse Nähe zur organisierten Kriminalität nachgesagt. Die Wirklichkeit ist vielfältiger als das Klischee, doch werden die 45 Milliarden Euro, die im Jahr in Deutschland mit Glücksspiel umgesetzt werden, im Schatten der Öffentlichkeit erwirtschaftet. Wer ein bürgerliches Leben lebt, spielt vielleicht Lotto oder nimmt an einem EM-Tippspiel teil. Sonst ist das Glücksspiel weit weg.

          Sollte gegen die Branche, die mit dem Laster und der Sucht anderer ihr Geld verdient, nicht rigide vorgegangen werden? Warum steht im Gegenteil an diesem Mittwoch in Deutschland mit einem neuen Glücksspielstaatsvertrag eine großflächige Liberalisierung des Online-Glücksspiels an? Braucht man einarmige Banditen wirklich auch noch im Internet?

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