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Glücksspiel : Die große Farce

Deutschlands gescheiterte Regulierung zum Glücksspiel ist mittlerweile eine Farce. Anbieter werden vergrault, Steuereinnahmen leichtfertig vergeben. Jetzt macht Hessen einen ermutigenden Vorstoß.

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          Zig Milliarden werden jedes Jahr auf dem Glücksspielmarkt umgesetzt. So viel, dass die Schätzungen überborden und weit auseinandergehen. Steuereinnahmen kann der deutsche Staat im Vergleich dazu allerdings kaum verbuchen, weil die meisten Kunden bei Online-Poker, Onlinecasino oder Internet-Sportwetten Anbieter auf dem Schwarzmarkt ansteuern - meist im Ausland.

          Schuld daran ist die gescheiterte Glücksspielregulierung in Deutschland, die sich inzwischen zu einer Farce ausgeweitet hat. Das Debakel der Politik führt nicht nur dazu, dass auf fahrlässige Weise zustehende Steuern abgeschrieben werden müssen. Der Schwebezustand mit völlig ungeklärten Rechtsgrundlagen für den Glücksspielmarkt schadet auch vielen privaten Anbietern, die gerne legal in Deutschland ihrem Gewerbe nachgehen würden.

          Sie werden mit dem Argument des Suchtschutzes von denjenigen gezielt ausgebremst, die seit Jahren eigentlich nur ihre Pfründe und das staatliche Glücksspielmonopol mit fast allen Mitteln verteidigen. Hier geht es vor allem um alte Seilschaften zwischen staatlichen Lottogesellschaften und Landespolitikern, vom kleinen Saarland bis zum großen Nordrhein-Westfalen. Der Vorstoß der federführenden hessischen Landesregierung zur Auflösung dieses unmöglichen Zustandes und zur Öffnung des Marktes ist deshalb ein richtiger Schritt - auch aus Wettbewerbssicht.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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