https://www.faz.net/-gqe-u5bg
 

Glosse Wirtschaft : Zehn Hände

  • Aktualisiert am

hap. Man muss sich die Situation bildlich vorstellen, um zu verstehen, warum die deutsche Entwicklungshilfe neue Strukturen braucht. Da wird beispielsweise in Nigeria der Bau einer Wasserleitung erwogen, und der örtliche Beamte muss zunächst zehn spendierfreudige deutsche Hände schütteln.

          1 Min.

          hap. Man muss sich die Situation bildlich vorstellen, um zu verstehen, warum die deutsche Entwicklungshilfe neue Strukturen braucht. Da wird beispielsweise in Nigeria der Bau einer Wasserleitung erwogen, und der örtliche Beamte muss zunächst zehn spendierfreudige deutsche Hände schütteln. Denn aus der Bundesrepublik stehen ihm je ein Gesandter der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, des Deutschen Entwicklungsdienstes, von Inwent und von der Botschaft gegenüber. An wen man sich bei welcher Aufgabe halten soll, können nicht mal die Organisationen selbst schlüssig erklären. Sie alle eint indes, dass sie keinesfalls auf eine andere Organisation verschmolzen werden wollen. So wurde ein Gutachten von einer Beratungsgesellschaft angefordert und dann, nachdem der Streit darüber nicht zu schlichten war, der Bundesrechnungshof mit der Prüfung beauftragt. Der hat nun unmissverständlich festgestellt: Die derzeitige Struktur ist ineffizient und teuer. Was genau zu tun ist, bleibt aber leider nebulös. Dabei liegt es auf der Hand: Damit die Verschwendung aufhört und vor Ort ein Ansprechpartner mit ganzer Kraft verhandeln kann, müssen die Organisationen ein gemeinsames Dach bekommen. Das kann, muss aber nicht KfW heißen. Zum Wohle der Entwicklungshilfe müssen eben alle über ihre Schatten springen.

          Topmeldungen

          Britische Parlamentswahl : Auf Boris!

          Die Tories wollen die Parlamentswahl in alten Labour-Hochburgen gewinnen – vor allem im „Schwarzen Land“ in den West Midlands. Auch weil Parteichef Corbyn so unbeliebt ist, stehen ihre Chancen nicht schlecht.

          Zweiter Weltkrieg : Hemingway im Hürtgenwald

          Der amerikanische Schriftsteller nahm vor 75 Jahren an der grausamen Schlacht bei Aachen teil. Seine traumatischen Erlebnisse im Hürtgenwald brachte er aber nur in Ansätzen zu Papier.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.