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Glosse Wirtschaft : Rätselhaft

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wmu. Die Kritik von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes an den Wettbewerbsbeschränkungen auf dem europäischen Bankenmarkt macht ein wenig ratlos. An einem Teil der von ihr bemängelten Tatbestände arbeitet sich längst ihr für den Binnenmarkt zuständiger Kollege Charlie McCreevy ab.

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          wmu. Die Kritik von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes an den Wettbewerbsbeschränkungen auf dem europäischen Bankenmarkt macht ein wenig ratlos. An einem Teil der von ihr bemängelten Tatbestände arbeitet sich längst ihr für den Binnenmarkt zuständiger Kollege Charlie McCreevy ab. Was sie selbst - mit dem klassischen kartellrechtlichen Instrumentarium - zusätzlich zu tun gedenkt, läßt Kroes offen. Ihre Sorgen über die "mangelnde Mobilität" der Bankkunden, die auf die Institute nicht genügend Wettbewerbsdruck ausübten, geben selbst Anlaß zur Sorge. Die Bemerkungen der Kommissarin klingen ein wenig so, als ob sie den Kunden künftig alle fünf Jahre einen Bankwechsel vorschreiben wolle. Diese Art von Paternalismus ist wahrlich nicht die Aufgabe der EU-Wettbewerbsbehörde. Sie sollte es sich auch nicht anmaßen, irgendeine Art von "vollständiger Transparenz" auf dem Markt herstellen zu wollen, die auf eine komplette Angleichung aller Konditionen oder gar der Preise hinausliefe. Es ist zwar nicht auszuschließen, daß sich hinter dem geschilderten Kundenverhalten bisweilen wirkliche Wettbewerbsbeschränkungen verbergen; sie könnten in einem Mißbrauch von Marktmacht bestehen. Diese zu verfolgen ist in der Tat Kroes' Aufgabe. Solange sie aber nicht Roß und Reiter nennen kann, wirken ihre Klagen seltsam ungerichtet.

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