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Glosse Wirtschaft : Ohne Eile

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enn. So ändert sich die Sicht der Dinge: Wenn es darum geht, wen die Einführung der Lastwagenmaut am meisten belastet, war bis zum Jahreswechsel das Unternehmen Toll Collect zu nennen, das seine technischen Schwierigkeiten nur mit Zeitverzug überwinden konnte.

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          enn. So ändert sich die Sicht der Dinge: Wenn es darum geht, wen die Einführung der Lastwagenmaut am meisten belastet, war bis zum Jahreswechsel das Unternehmen Toll Collect zu nennen, das seine technischen Schwierigkeiten nur mit Zeitverzug überwinden konnte. Dann richtete sich die Aufmerksamkeit auf das Transportgewerbe, das unter den Zusatzkosten stöhnte, weil es diese wegen großer Konkurrenz und geringer Margen nur schwer auf die Kunden überwälzen kann. Da nun die Maut seit 100 Tagen ohne größere Schwierigkeiten erhoben wird und dem Bund die erhofften Millionenbeträge bringt, kommen neue Leidtragende der Maut ins Bild: Anwohner der Straßen, auf die Spediteure ausweichen, um der Mautpflicht zu entgehen. Tatsächlich hat sich offenbar auf einigen Nebenstrecken der Schwerlastverkehr stark erhöht; Unfallrisiko und Umweltbelastung sind dort gestiegen. Dieser Effekt überrascht nicht. Das Mautgesetz erlaubt zwar, auch auf solchen Ausweichstrecken Maut zu erheben. Doch zumal dies technisch erst 2006 möglich wird, sollte sich Verkehrsminister Manfred Stolpe nicht zu voreiligen Festlegungen hinreißen lassen. Eine überzogene Ausdehnung birgt die Gefahr, daß sich der Verkehr auf noch kleinere Straßen verlagert. Gut möglich ist außerdem, daß viele Lastwagenfahrer die Umwege derzeit nur ausprobieren und wegen des hohen Zeitverlustes bald auf die teure Autobahn zurückkehren.

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