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Glosse Wirtschaft : Klassiker

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ami. Die Arzneimittelausgaben sind in der Kostendämpfungsdebatte des Gesundheitswesens ein Klassiker. In diesem Jahr werden sie wohl um knapp 20 Prozent steigen. Das ist mehr als zum Jahreswechsel angenommen, doch haben die Kassen ihre Haushalte darauf vorbereitet.

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          ami. Die Arzneimittelausgaben sind in der Kostendämpfungsdebatte des Gesundheitswesens ein Klassiker. In diesem Jahr werden sie wohl um knapp 20 Prozent steigen. Das ist mehr als zum Jahreswechsel angenommen, doch haben die Kassen ihre Haushalte darauf vorbereitet. So wundert nicht, daß die Beitragssätze im Durchschnitt wohl nicht erhöht werden müssen, um die erwarteten Zusatzkosten für Pillen und Salben von 4 Milliarden Euro aufzubringen. Eher schon kann die aufgeregte öffentliche Debatte um die "Kostenexplosion" irritieren. Denn einerseits belegen die Halbjahreszahlen nur die Tendenz des ersten Quartals. Andererseits ist ein großer Teil der "Explosion" hausgemacht. Die hohen Einsparungen, die die Kassen im vergangenen Jahr verbuchten, sind auch Folge einer Zwangsabgabe von 16 Prozent, die die Arzneimittelhersteller an sie abführen mußten. Die wurde auf 6 Prozent gesenkt. Der zweite Teil des Ausgabenanstiegs hat viele Gründe. An erster Stelle steht das Verschreibungsverhalten der Ärzte. Es ist schon erklärungsbedürftig, wenn das durchschnittliche Rezept in Berlin um ein Drittel teurer ausfällt als im Saarland. Es wäre zu billig, die Verantwortung allein bei den Ärzten zu suchen. Doch gilt auch: Wenn sie das System der Selbstverwaltung ernst nehmen, werden sie sich einer tragfähigen Lösung nicht verweigern können - leichter fällt das vielleicht nach der Wahl.

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