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Glosse Wirtschaft : Kein reicher Onkel

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theu. Die Nachrichtenlage um den insolventen deutsch-taiwanischen Handyhersteller BenQ Mobile wird immer verworrener. Vor einer Woche gab Insolvenzverwalter Martin Prager noch bekannt, es gebe keinerlei Kaufangebote für die frühere Siemens-Handysparte mit ihren ursprünglich rund 3000 Mitarbeitern.

          theu. Die Nachrichtenlage um den insolventen deutsch-taiwanischen Handyhersteller BenQ Mobile wird immer verworrener. Vor einer Woche gab Insolvenzverwalter Martin Prager noch bekannt, es gebe keinerlei Kaufangebote für die frühere Siemens-Handysparte mit ihren ursprünglich rund 3000 Mitarbeitern. Seither sind aber zwei Interessenten, mit denen Prager schon seit längerem verhandelt, mit Übernahmeofferten an die Öffentlichkeit gegangen. Gibt es also doch noch Hoffnung? Die beiden bislang bekannten Interessenten geben jedenfalls wenig Anlass dazu. Ihr Geschäftsgebaren ist zweifelhaft, bei beiden ist bisher nicht erkennbar, wie sie die Rettung von BenQ Mobile finanziell stemmen wollen. Notwendig wären vermutlich Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Dem stünden jedoch nur geringe Erfolgschancen gegenüber, schließlich ist es schon den Alteignern Siemens und BenQ nicht gelungen, den Handyhersteller zu sanieren. Kein Wunder also, dass die Interessenten auf Finanzhilfe von Bayern und Nordrhein-Westfalen in Form von staatlichen Kreditbürgschaften aus sind. Doch die Länder sind gut beraten, keine Steuergelder in BenQ Mobile zu pumpen. Der Staat ist kein reicher Onkel, der für das Missmanagement von Konzernen wie Siemens einsteht. Und allzu oft gehen solche Aktionen ohnehin schief: Holzmann und Babcock lassen grüßen.

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