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Glosse Wirtschaft : Industriebastler

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chs. Der industriepolitische Bastler Nicolas Sarkozy ist in seinem Element. Erfolgreich drängt er den Suez-Konzern, sich von seinem Umweltgeschäft zu trennen, damit der Zusammenschluss mit dem Staatsunternehmen Gaz de France (GdF) als "Fusion unter Gleichen" zustandekommen kann.

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          chs. Der industriepolitische Bastler Nicolas Sarkozy ist in seinem Element. Erfolgreich drängt er den Suez-Konzern, sich von seinem Umweltgeschäft zu trennen, damit der Zusammenschluss mit dem Staatsunternehmen Gaz de France (GdF) als "Fusion unter Gleichen" zustandekommen kann. Dies erspart dem Staat nicht nur die Zahlung einer teuren Sonderdividende, sondern sichert ihm auch großen Einfluss auf den neuen Energieriesen. Mit der Zerschlagung von Suez setzt Sarkozy zugleich eine Forderung von Finanzinvestoren um, die er sonst gerne als "Spekulanten" verunglimpft: dass sich Suez nämlich mit dem Energiegeschäft auf nur einen Kernbereich konzentrieren soll. Dem neuen Konzern kann man eine gewisse industrielle Logik nicht absprechen; dem Marktführer EdF verschafft sie einen großen, mehrheitlich privatisierten Konkurrenten. Doch nicht zu vergessen ist, dass das Projekt einst nur als Abwehrmanöver gegen die Suez-Übernahme durch den italienischen Konkurrenten Enel in Gang kam. Die staatliche Feinsteuerung zum Aufbau eines nationalen Champions hinterlässt daher einen bitteren Nachgeschmack. Bei der Fusion der Triebwerkhersteller Snecma und des Elektronikanbieters Sagem zum Kunstgebilde Safran beispielsweise ging sie daneben. Ohne die Gängelung der Obrigkeit scheint es in Frankreich nicht zu gehen - auch oder gerade unter einem Staatspräsident Sarkozy.

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