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Glosse Wirtschaft : Eine geht noch

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dri. Es wäre voreilig, schon das Ende der Zinserhöhungen in Europa einläuten zu wollen. Doch die Vermutung ist jetzt erlaubt, dass der Zinsgipfel in greifbare Nähe gerückt ist. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat gestern nach der ...

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          dri. Es wäre voreilig, schon das Ende der Zinserhöhungen in Europa einläuten zu wollen. Doch die Vermutung ist jetzt erlaubt, dass der Zinsgipfel in greifbare Nähe gerückt ist. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat gestern nach der Zinserhöhung auf 3,75 Prozent einen etwas freundlicheren Ton als in der jüngeren Vergangenheit angeschlagen. Die Zinsen im Euro-Raum sind nach seiner Einschätzung nicht mehr "niedrig", sondern "moderat". Und die Geldpolitik insgesamt ist jetzt nicht mehr "akkommodierend", sondern "auf der akkommodierenden Seite". Das sind für Außenstehende kaum wahrnehmbare Nuancen, die jedoch den Rückschluss zulassen, dass der Leitzins bald auf einem Plateau angekommen sein dürfte, das man als "neutral" einstufen könnte, wenngleich die EZB solch eine Wertung nie vornehmen wird. Da Trichet diesmal nicht das Kodewort "Wachsamkeit" benutzte, kann man getrost unterstellen, dass im April keine weitere Zinsanpassung folgen wird. Aber spätestens zur Jahresmitte dürfte der Leitzins bei 4 Prozent stehen. Alles Weitere ist pure Spekulation. Wenn der Konjunkturoptimismus der EZB von der Realität bestätigt werden sollte, zugleich aber auch die Inflationsentwicklung den erwartet moderaten Verlauf nimmt, ist es durchaus denkbar, dass diese 4 Prozent für längere Zeit Bestand haben. Den Vorwurf, das Wachstum auszubremsen, kann man der EZB mit dieser Politik jedenfalls nicht machen.

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