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Glosse Wirtschaft : Ein Gnadenbrot

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nf. Union und SPD wollen Langzeitarbeitslosen, die sie anders nicht unterbringen können, ein beschäftigungspolitisches Gnadenbrot verabreichen. Öffentlich gefördert, sollen sie einer privatwirtschaftlichen oder gemeinnützigen Tätigkeit ...

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          nf. Union und SPD wollen Langzeitarbeitslosen, die sie anders nicht unterbringen können, ein beschäftigungspolitisches Gnadenbrot verabreichen. Öffentlich gefördert, sollen sie einer privatwirtschaftlichen oder gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen, für die der Staat notfalls bis in alle Ewigkeit die Hälfte des Tariflohns zahlt. Bis zu 400 000 Menschen, so schätzt man, sind mit den herkömmlichen Mitteln nicht vermittelbar. Wirklich? Ist das Wissen veraltet oder die Qualifikation unbrauchbar, helfen Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen nach. Produktivitätsnachteile können durch Lohnkostenzuschüsse wettgemacht werden. Für Drogenprobleme gibt es die Suchtberatung. Und wer der Arbeit entwöhnt ist oder noch nie gearbeitet hat, kann durch gemeinnützige Beschäftigung wieder an einen geregelten Tagesablauf herangeführt werden. Was braucht man mehr? Das politische Angebot, das sich hinter dem wohlklingenden Begriff "sozialer Arbeitsmarkt" verbirgt, ist nicht etwa dazu da, den Betroffenen einen regulären Job zu verschaffen, denn es wird die Stigmatisierung eher verstärken. Es soll vielmehr Politiker und Gewerkschaftsfunktionäre exkulpieren. Statt die Integrationsbemühungen durch eine effizientere und unbürokratischere Arbeitsmarktpolitik und eine flexible Tarifpolitik zu verstärken, brauchen sie überschüssige Arbeitskräfte nur noch durchzufüttern. Welch ein Offenbarungseid.

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