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Glosse Wirtschaft : Der Rücktritt

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hpe. Die deutsche Autoindustrie steht ständig am Pranger. Mal werden ihre Produkte als "Klimakiller" diffamiert, dann sollen Fahrverbote ihren Einsatz an Wochenenden regulieren, und jetzt verlangt Europas Umweltkommissar Stavros Dimas ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

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          hpe. Die deutsche Autoindustrie steht ständig am Pranger. Mal werden ihre Produkte als "Klimakiller" diffamiert, dann sollen Fahrverbote ihren Einsatz an Wochenenden regulieren, und jetzt verlangt Europas Umweltkommissar Stavros Dimas ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. So geht das seit Wochen. Nun hat Bernd Gottschalk, der oberste Repräsentant der deutschen Vorzeigeindustrie, hingeschmissen. Mitten in der Klimadiskussion steht der Verband der Autoindustrie ohne Präsident da. Das allein ist schon ein Armutszeugnis. Noch schlimmer: Gottschalk ist nicht unter dem öffentlichen Druck zusammengebrochen, sondern über Intrigen aus den eigenen Reihen gestolpert. Erst wollte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Gottschalks Wiederwahl aus persönlichen Gründen verhindern. Nun brauchten die deutschen Autohersteller gemeinsam einen Prügelknaben. Dabei sind sie aus eigenem Verschulden in der Klimadiskussion in die Defensive geraten, haben selbst zu spät auf die zweifellos vorhandenen Erfolge in der Minderung von Kohlendioxidemissionen hingewiesen. Das ganze Ausmaß des Rücktritts wird erst deutlich, wenn man die Konfrontation der Autoindustrie mit der Bahn kennt. Straße gegen Schiene lautet eine Dauerfehde zweier Technologieträger, um die Deutschland im Ausland beneidet wird. Auf den neuen VDA-Präsidenten wartet eine Menge Arbeit. Aber Grund zur Selbstkasteiung hat er nicht.

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