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Glosse Wirtschaft : Alte Gräben

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enn. In der Debatte um das Antidiskriminierungsgesetz sind alte Gräben aufgebrochen. Vertraute Koalitionen zeigten sich am Freitag im Bundestag: Rot-Grün gegen Schwarz-Gelb. Die einen wollen auf dem Weg in die gerechte Gesellschaft ...

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          enn. In der Debatte um das Antidiskriminierungsgesetz sind alte Gräben aufgebrochen. Vertraute Koalitionen zeigten sich am Freitag im Bundestag: Rot-Grün gegen Schwarz-Gelb. Die einen wollen auf dem Weg in die gerechte Gesellschaft so viele tatsächliche oder vermeintliche Benachteiligungen wie möglich per Gesetz beseitigen, die anderen warnen vor Übertreibungen zu Lasten der Freiheit des einzelnen. Zugegeben, die eigentliche Krux sind hier überzogene EU-Richtlinien, die rasch umgesetzt werden müssen. Doch um gegen die europäischen Harmonisierungsbemühungen anzugehen, ist es nun zu spät. Also kommt es auf eine vernünftige Umsetzung an, die den Benachteiligten hilft, ohne allen zu schaden. In der hitzigen Diskussion darüber sollte niemand so tun, als wollten jene, die den alten Gesetzentwurf kritisieren, Minderheiten ausgrenzen. Auch sie finden es unerträglich, wenn etwa eine Familie aus dem Restaurant komplimentiert wird, weil sich andere Gäste durch ihr behindertes Kind gestört fühlen. Doch muß hier die Gesellschaft per Gesetz erzogen werden? Warum sollen kommerzielle Antidiskriminierungsvereine von dem Wunsch nach politischer Korrektheit profitieren dürfen? Oder warum sollen Betriebsrat oder Gewerkschaft die Stimme für den vermeintlich Benachteiligten erheben dürfen, selbst wenn der das gar nicht möchte? Diese Auswüchse müssen beseitigt werden.

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