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Ökonomin im Interview : Können wir bald auf China verzichten, Frau Marin?

  • -Aktualisiert am

Globale Lieferketten: Der HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) in Hamburg ist eines der weltweit modernsten Containerterminals. Bild: Reuters

Dalia Marin erforscht die globalen Handelsbeziehungen. Sie glaubt nicht an das Ende der Globalisierung. Doch sie warnt: Wir müssen uns in Zukunft stärker gegen geopolitische Risiken absichern – auf Kosten des Wachstums.

          6 Min.

          Frau Professorin Marin, bisher ist man davon ausgegangen, dass Handel Krieg verhindert. Ist das ein Irrglaube?

          Svea Junge
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die Antwort ist nicht so eindeutig. Das Fundament der Europäischen Union ist ja das Kohle- und Stahl-Abkommen, wo es darum ging, die deutsche und die französische Industrie so abhängig voneinander zu machen, dass kein Krieg mehr in Europa stattfindet. Das hat funktioniert.

          Russlands Invasion in der Ukraine zeigt aber, dass es trotz Handel zum Krieg kommt . . .

          Das stimmt. Russland nutzt die Abhängigkeit Europas und insbesondere Deutschlands, um seine politischen Ziele durchzusetzen. Die große Frage, die jetzt im Raum steht, ist China. Wird die Tatsache, dass China stärker als Russland in die Weltwirtschaft integriert ist, dazu führen, dass die Invasion in Taiwan weniger wahrscheinlich wird? Oder wird sie wahrscheinlicher, weil China kalkuliert, dass der Westen wegen seiner ökonomischen Abhängigkeit von China nur schwach reagieren wird?

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