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Korruption : Britischer Pharma-Manager muss in China ins Gefängnis

  • Aktualisiert am

GlaxoSmithKline-Zentrale in London Bild: AP

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline muss in China wegen Korruption eine Rekordstrafe in Höhe von 376 Millionen Euro zahlen. Der frühere China-Chef des Unternehmens wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

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          Ein chinesisches Gericht hat den britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline wegen Korruption schuldig gesprochen. Dem Urteil waren monatelange Ermittlungen vorangegangen. Das Unternehmen werde eine Strafe in Höhe von 297 Millionen Pfund (376 Mio Euro) zahlen, teilte GlaxoSmithKline am Freitag in London mit. Die Summe werde aus bestehenden Barbeständen beglichen und im dritten Quartal verbucht. Der ehemalige China-Chef Mark Reilly muss für drei Jahre ins Gefängnis, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

          Chinesische Fahnder hatten schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben. Der Brite habe ein „umfassendes Korruptionsnetzwerk“ betrieben, hieß es. Die Ermittler warfen dem britischen Konzern vor, seit sechs Jahren über Mittelsmänner in Reisebüros und Beratungsunternehmen mehrere Milliarden Yuan an Bestechungsgeldern an Ärzte, Krankenhausmitarbeiter oder hohe Beamte gezahlt zu haben. Diese Vorwürfe wurden im Wesentlichen von dem Gericht bestätigt.

          Glaxo hatte mit den Behörden bei der Aufklärung zusammengearbeitet. Die Fahnder ermittelten gegen 46 Verdächtige. Während der Untersuchung war herausgekommen, dass Glaxo dank seines Korruptionsnetzwerkes die Preise für seine Produkte in China immer weiter nach oben habe treiben können. Laut früheren Polizeiangaben kosteten Medikamente des Unternehmens in China bis zu siebenmal so viel wie auf anderen Märkten.

          Das Bußgeld ist laut Xinua das höchste in der Volksrepublik in einer solchen Angelegenheit. Zugleich handelt es sich dort um die größte Korruptionsaffäre um ein ausländisches Unternehmen seit dem Fall des australischen Bergbaukonzern Rio Tinto im Jahr 2009. Damals mussten vier Manager für sieben bis 14 Jahren ins Gefängnis, darunter ein Australier.

          Feldzug gegen Bestechung

          Glaxo reagierte zerknirscht auf die Urteile. Das Vorgehen der chinesischen Tochter sei ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien des Unternehmens gewesen. „Wir müssen und werden weiter daraus lernen“, versprach Konzernchef Andrew Witty. Er nannte es aber wichtig, dass die Ermittlungen nun ein Ende gefunden hätten.

          Die chinesische Regierung hat zu einem Feldzug gegen die Korruption im Land aufgerufen. In der Wirtschaft ist davon insbesondere die Pharma- und Medizintechnikbranche betroffen. In anderen Industriezweigen spüren auch ausländische Konzerne ein verschärftes Vorgehen der Wettbewerbshüter. Nach Audi  und BMW hatten chinesische Kartellwächter auf der Suche nach Preismanipulationen zuletzt Mercedes für schuldig befunden. Auch Microsoft  werden Kartellrechtsverstöße vorgeworfen. China wehrt sich in diesem Zusammenhang gegen Vorwürfe, ausländische Unternehmen zu benachteiligen, um der heimischen Konkurrenz im internationalen Wettbewerb Vorteile zu verschaffen.

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