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Kaiserstuhl : Hubschrauber gegen Maikäfer

  • Aktualisiert am

Ein Heli über dem Kaiserstuhl Bild: dpa

Der Maikäfer macht sich am Kaiserstuhl breit und frisst Weinbauern die Pflanzen weg. Er wird daher mit Gift aus der Luft bekämpft.

          1 Min.

          Giftdusche für Maikäfer: Mit einem Hubschrauber hat der Kampf gegen eine Maikäferplage am Kaiserstuhl bei Freiburg begonnen. Aus der Luft würden Giftstoffe versprüht, teilte das Regierungspräsidium Freiburg zum Start der Aktion am Donnerstag in Vogtsburg im Kaiserstuhl mit. Die Behörden reagieren mit den Flügen - wie in den Vorjahren - auf eine Plage der kleinen Tiere. Naturschützer kritisieren die Aktion. Durch die Giftstoffe würden nicht nur Maikäfer getötet, sondern auch Schmetterlinge und viele andere Insektenarten.

          Wegen der gestiegenen Temperaturen ist die Zahl der Maikäfer in den vergangenen Tagen sprunghaft angestiegen. Die Tiere werden für Schäden an Weinreben und Obstbäumen verantwortlich gemacht. Da sie auch Wurzeln anfressen, wird die gesamte Pflanze zerstört, der Landwirtschaft drohen dadurch Verluste. Mehrere Kaiserstuhlgemeinden hatten daher die Flüge beantragt. Besprüht wird den Angaben zufolge eine Fläche von rund 2411 Hektar.

          „Der Griff zur Giftkeule ist nicht vertretbar“, sagte der Landesvorsitzende der Naturschutzorganisation Nabu, Andre Baumann. Der Kaiserstuhl sei nicht nur ein hervorragendes Weinanbaugebiet, sondern auch ein „Hotspot der biologischen Vielfalt in Deutschland“. Waldränder, besonders geschützte Biotope und Lebensstätten von schützenswerten Insektenarten sollten daher von einer Giftdusche ausgenommen werden. Gerade Waldränder seien als Scharnier von Wald und sogenanntem Offenland in der Regel von hohem Naturschutzwert.

          Ein Maikäfer sitzt im Kaiserstuhl auf einem Blatt

          Eingesetzt werde ein biologisches Gift, das im ökologischen Landbau zugelassen sei, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums. Zusätzlich seien in den kommenden Tagen Teams am Boden unterwegs, die gegen den als Schädling bekannten Käfer Pflanzenschutzmittel einsetzen. Landwirte und Gartenbesitzer wurden aufgerufen, ebenfalls mit Gift gegen Maikäfer vorzugehen. Sonst drohten eine weiteres Ausbreiten der Schädlinge und damit wirtschaftliche Schäden.

          Der Nabu forderte, nach milderen Bekämpfungsmethoden zu suchen. So sollte künftig der natürliche Feind des Maikäfers, der Engerlingspilz Beauveria bronginiartii, auf größerer Fläche eingesetzt werden. Er greift die Käferlarven, die sogenannten Engerlinge, an. So könne der Maikäfer auf natürlichem Wege unschädlich gemacht werden, ohne dass andere Tier- und Pflanzenarten geschädigt werden.

          „Neem-Azal T/S“ - das Gift gegen Maikäfer

          Im Kampf gegen den als Pflanzenschädling geltenden Maikäfer kommt am Kaiserstuhl das Gift „Neem-Azal T/S“ zum Einsatz. Es handelt sich dabei nach Angaben des Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg in Karlsruhe um ein biologisches Pflanzenschutzmittel, das auch im ökologischen Landbau zugelassen ist.

          Der Wirkstoff stammt demnach aus den Samen des indischen Neem-Baums. Die Wirkung tritt nur bei empfindlichen Insektenarten auf, die die damit behandelten Pflanzen fressen. Neben Käfer sind damit auch Schmetterlinge und viele andere Insekten betroffen.

          Wirbeltiere werden laut den Experten nicht geschädigt, auch wenn sie Maikäfer fressen. Vorsicht ist an anderer Stelle geboten: Sofern im Unterbewuchs vorhanden, dürfen Wildkräuter, Pilze und Waldbeeren unter den behandelten Flächen aus Vorsorgegründen bis zu vier Wochen nach dem Gifteinsatz nicht gesammelt und verzehrt werden.

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