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GfK-Konsumklima : Die Deutschen kommen wieder in Kauflaune

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Bild: FAZ.NET

Im Januar und Februar hatte die Mehrwertsteuer noch die Stimmung der Verbraucher gedrückt. Jetzt legt das GfK-Konsumklima zum ersten Mal in diesem Jahr wieder zu. Besonders zuversichtlich sehen viele Befragte ihre künftige Finanzlage.

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          Die Kauflaune der Deutschen ist erstmals seit Erhöhung der Mehrwertsteuer wieder gestiegen. Das GfK-Konsumklima für April kletterte von 4,3 auf 4,4 Punkte, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch mitteilte.

          „Ich gehe davon aus, dass die Mehrwertsteuererhöhung als Thema beim Verbraucher so gut wie durch ist“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl zu der Umfrage unter 2000 Konsumenten. Dank der kräftigen Erholung am Arbeitsmarkt stiegen sowohl die Einkommenserwartungen als auch die Kaufbereitschaft. Experten rechnen in den kommenden Monaten mit einem Anziehen des privaten Verbrauchs.

          Konjunkturzuversicht gewinnt Oberhand

          Da der erwartete Preisschock wegen der höheren Mehrwertsteuer bislang ausblieb, scheinen die Verbraucher der GfK zufolge keine Inflationsgefahren mehr zu sehen. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen stieg im März nach drei Monaten mit kräftigen Rückgängen wieder. Die Verunsicherung der Konsumenten weiche schrittweise und die Konjunkturzuversicht gewinne die Oberhand.

          Der Mehrwertsteuerschock scheint verdaut zu sein

          Wegen der besseren Lage auf dem Arbeitsmarkt schätzten die Befragten ihre künftige Finanzlage besonders zuversichtlich ein. „Hier haben wir einen Wert, der so hoch ist wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr“, sagte Bürkl.

          Arbeitsmarkt stützt Konjunkturstimmung

          Die guten Beschäftigungsaussichten ließen die Verbraucher auf höhere Lohn- und Gehaltsabschlüsse hoffen als in den Vorjahren. Dann könnten die Arbeitnehmer die gestiegene Mehrwertsteuer sowie den Wegfall der Pendlerpauschale und des Sparerfreibetrages besser verkraften.

          Das Vertrauen in einen spürbaren und nachhaltigen Aufschwung blieb im März ungebrochen. Die Konjunkturzuversicht gab nur minimal nach, nachdem sie im Februar den höchsten Stand seit August 2000 erreicht hatte. Getragen wird die gute Konjunkturstimmung der GfK zufolge vor allem vom besseren Arbeitsmarkt. Im Februar war die Arbeitslosigkeit binnen eines Jahres so stark gesunken wie noch nie seit 1949. Insgesamt waren 4,22 Millionen Menschen arbeitslos. Das waren 826.000 weniger.

          Weitere Aufhellung des Konsumklimas erwartet

          In den kommenden Monaten rechnen Experten mit einer weiteren Aufhellung des Konsumklimas. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt und damit die gestiegenen Einkommenserwartungen dürften letztlich den Konsumtrend dominieren, sagte Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort. „Wir werden wohl nicht so schnell die Höchststände des vierten Quartals sehen. Aber wir sind auf einem guten Weg, wieder auf einen soliden Aufwärtstrend zurückzukommen.“

          Vor übertriebenen Erwartungen an den privaten Konsum warnte Sebastian Wanke von der Dekabank: „Auch 2006 waren die Voraussetzungen sehr gut. Aber letztlich war der Anstieg trotz Fußball-WM und Vorzieheffekten wegen der Steuererhöhung vernachlässigbar.“ Erst gegen Ende des Jahres und 2008 rechnet er mit einem deutlichen Plus. Auch die GfK bleibt bei ihrer bisherigen Prognose, dass der private Konsum in diesem Jahr um 0,5 Prozent zulegt.

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