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Gewinnwarnung : Enttäuschen auch Motorola und Yahoo die Märkte mit einer Gewinnwarnung?

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Was früher ein Genuss war, wird in letzter Zeit immer öfter zur puren Pein: Vor allem diesen Herbst enttäuschten Unternehmen ihr Anteilseigner regelmäßig mit Gewinnwarnungen. Auch Motorola, Biogen, Seagate , Paine Webber und Yahoo?

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          Was früher ein Genuss war, wird in letzter Zeit immer öfter zur puren Pein: Die Veröffentlichung von Unternehmensergebnissen. Lange Zeit war das zeitlich vorbestimmte Ereignis für Anleger eine sichere Bank. Sie konnten die Aktie im Vorfeld kaufen und darauf vertrauen, dass die Firma sehr gute Erträge ankündigen wird. Danach stiegen die Werte regelmäßig stark an. Damit scheint es vorbei zu sein. Gewinnwarnungen von Industriegrößen wie Intel, Apple, Dell und die Dividendenkürzung von Xerox haben die Anleger in den vergangenen Tagen regelrecht verschreckt. Verkäufe führten zu drastischen Kursverlusten und zogen den gesamten Technologie- und Internetsektor mit nach unten. So verlor der amerikanische Nasdaq markant an Wert. Er zog auch den Nemax All Share nach unten, allein im September rund 25 Prozent.


          Blick auf Yahoo

          Auch heute schauen die Anleger wieder gespannt in die USA. Dort werden nach Börsenschluss weitere Schwergewichte wie Motorola, Biogen, Seagate , Paine Webber und Yahoo ihre Quartalszahlen präsentieren. Während die "Hardwareunternehmen" die "schlechten Nachrichten" schon hinter sich haben dürften, richten sich die kritischen Blicke vor allem auf Yahoo. Das Urgestein des Internetgewerbes setzt den Trend für die ganze Branche.

          Bislang konnte das Vorzeigeunternehmen die Erwartungen der Analysten immer mit zwei- oder sogar dreistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn übertreffen. Allerdings führte auch hier eine gewisse Skepsis zu Kursverlusten, nachdem Lehman Brothers das Unternehmen heruntergestuft hatte. Mit 87 Dollar liegt die Aktie inzwischen meilenweit unter dem höchsten Stand von 250 Dollar am dritten Januar 2000.

          Zwölf Cent scheiden die Geister

          Diesmal rechnen Analysten "nur" mit der Konsensus-Schätzung von 12 US-Cent Gewinn je Aktie. "Sollte das Resultat die Erwartungen erfüllen, so wird am Markt nicht mehr viel passieren. Sollte es nur leicht darüber liegen, so wäre das kurzfristig eine positive Überraschung", glaubt Andrea W. Rice von der Deutschen Bank. Die Analystin hält die Aktie allerdings auf dem Niveau von 87 US-Dollar für relativ teuer. Es sei eher unwahrscheinlich, dass das Unternehmen langfristig die erwarteten hohen Wachstumsraten erfüllen könne.

          Karsten Jansing von Hornblower Fischer dagegen hält sogar einen Quartalsgewinn von 14 US-Cent für möglich. Trotz der schlechten Stimmung habe Yahoo als Marke eine einzigartige Position. "Wichtiger als die nackte Zahl ist der weitere Ausblick auf das vierte Quartal", blickte er in die Zukunft. "Dabei wird das Unternehmen eher vorsichtig agieren, um überhöhte Erwartungen zu vermeiden", fügt er hinzu. Nach seiner Meinung ist der Wert auf dem aktuellen Niveau für den langfristig orientierten Anleger ein glatter Kauf.

          Ähnlich sehen es Händler der Bank Vontobel: "Die schlechten Nachrichten sind im aktuellen Firma
          Marktpreis schon enthalten. Es wird nicht mehr allzu weit nach unten gehen".













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