https://www.faz.net/-gqe-72zeg

Gewerkschaft : Verdi-Chef Bsirske drängt in Aufsichtsrat der Deutschen Bank

  • Aktualisiert am

Frank Bsirske Bild: dapd

Bislang haben in der Deutschen Bank kleinere Gewerkschaften großes Gewicht. Nun will die große Verdi-Gewerkschaft ihren Einfluss ausbauen. Verdi-Chef Frank Bsirske will sich offenbar gleich als stellvertretender Aufsichtsratschef aufstellen lassen.

          1 Min.

          Verdi-Chef Frank Bsirske drängt in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Die Nominierungsversammlung - bestehend aus Verdi-Delegierten der Bank - habe der Kandidatur zugestimmt, sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft am Mittwoch. Damit können die Mitarbeiter im Frühjahr 2013 den Gewerkschafts-Vorsitzenden ins Kontrollgremium wählen.

          Bsirske will sich offenbar gleich als stellvertretender Aufsichtsratschef der Deutschen Bank aufstellen lassen, sagten drei informierte Personen dem Wall Street Journal Deutschland. Das käme einer Entmachtung der derzeit amtierenden stellvertretenden Aufsichtsratschefin Karin Ruck gleich. Sie sitzt als Vertreterin der mit Verdi konkurrierenden Bankengewerkschaft DBV in dem Gremium. In der alten Deutschen Bank hatten kleinere Gewerkschaften wie die DBV vergleichsweise großes Gewicht.

          Offiziell bekannt ist derzeit nur der Wille von Bsirske, in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einziehen zu wollen. Doch hinter den Kulissen sind seine Ambitionen kein Geheimnis: „Bsirske hat einen klaren Machtanspruch, um möglichst viel mitgestalten zu können“, sagte eine der Personen. „Daher will er sich gleich als Nummer zwei direkt hinter (Aufsichtsratschef Paul) Achleitner aufstellen lassen.“

          Der Wechsel würde passen: Während der amtierenden Karin Ruck ein gutes Verhältnis zu dem früheren Chefaufseher Clemens Börsig nachgesagt wurde, gilt Bsirske als Vertrauter des Börsig-Nachfolgers Achleitner.

          Der DBV vertritt zwar auch die Arbeitnehmerseite, gilt dabei jedoch als banken-freundlicher als Verdi. Vielen Arbeitnehmern sei der DBV inzwischen zu zahm, sagten zwei der informierten Personen.

          Spätestens nach dem angekündigten Stellenabbau unter der neuen Führung von Anshu Jain und Jürgen Fitschen dürfte der Bedarf nach starken Interessenvertretern gestiegen sein. Bsirske gilt nach außen als Hardliner und vermag es geschickt, Druck auf die Banken aufzubauen.

          Bsirkes Chancen stehen Bankinsidern zufolge nicht schlecht, da mit der Übernahme der Postbank der Einfluss von Verdi im größten deutschen Geldhaus gewachsen ist.

          Weitere Themen

          Bis zu 6300 Euro Entschädigung für VW-Kunden Video-Seite öffnen

          Dieselskandal : Bis zu 6300 Euro Entschädigung für VW-Kunden

          Die Einigung von VW und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Dieselstreit sieht auch weiterhin ein Vergleichsangebot in Höhe von 830 Millionen Euro vor. Kunden, die sich in das Klageregister eingetragen haben, bietet VW eine Einmalzahlung an.

          Topmeldungen

          In der südkoreanischen Stadt Daegu versprühen Soldaten in Schutzanzügen Desinfektionsmittel.

          Liveblog zu Coronavirus : Südkorea bleibt am Wochenende zuhause

          Jens Spahn kündigt für Montag eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses an +++ Dritter Virus-Fall In Hessen gemeldet +++ Automobilsalon in Genf und ITB Berlin abgesagt +++ Südkoreaner soll am Wochenende zu Hause bleiben+++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Reformstau in Deutschland : Deutschland, wie geht es dir?

          Ein Jahrzehnt Daueraufschwung neigt sich dem Ende entgegen, wirtschaftlich macht sich ein Gefühl des Stillstands breit. Politisch aber bahnen sich Umbrüche an. Zeit zu handeln also – diese Vorschläge hat die F.A.Z.-Redaktion.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.