https://www.faz.net/-gqe-9vm6g

Tarifkonflikt : Gewerkschaft Ufo bläst Lufthansa-Streik ab

Lufthansa-Konflikt: Gewerkschaft Ufo prüft neuen Konzern-Vorschlag. Bild: Francois Klein

Neue Wendung im Streit zwischen der Fluggesellschaft und ihren Flugbegleitern: Den erst am Wochenende angekündigten Ausstand wird es nicht geben. Grund ist ein Vorstoß des Konzerns.

          1 Min.

          Mit „deutlich ausgeweiteten Maßnahmen“ hatte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo noch am Wochenende gedroht, um im lange schwelenden Konflikt den Druck auf den Lufthansa-Konzern zu erhöhen. Sorgen machten daraufhin die Runde, dass es nach einem Warnstreik und zwei kleineren Streikmaßnahmen zu einem unbefristeten Ausstand kommen könne. Da noch gibt es für Passagiere Entwarnung – zumindest vorerst.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Lufthansa hat ihrer Ankündigung, mit der Gewerkschaft wieder ins Gespräch kommen zu wollen, Vorschläge folgen lassen. Man habe mehrere Verhandlungstermine zu tariflichen Fragen für diese Woche angeboten, teilte der Konzern mit. In der vergangenen Woche war auch der dritte Anlauf gescheitert, mit Hilfe der designierten Schlichter Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise ein Prozedere zur Konfliktlösung zu erarbeiten.

          Ufo teilte mit, man habe am Montagmorgen von Lufthansa „einen neuen Lösungsansatz“ erhalten. „Um diesem Versuch eine ernsthafte Chance zu geben, haben wir erst einmal bei allen Vorbereitungen zu Streiks auf Pause gedrückt und werden über die Inhalte des Vorschlags nicht öffentlich diskutieren“, hieß es weiter. Ob die von Lufthansa angebotenen Termine auch für den Lösungsansatz für den Gesamtkonflikt genutzt werden könnten, solle zunächst mit dem Konzern geklärt werden.

          Vorbehalte auf beiden Seiten

          Am Donnerstag hatten Ufo und Lufthansa sich nicht auf einen Verfahren für eine große Schlichtung aller Tarifthemen und eine separate Mediation zur Klärung anderer Streitthemen einigen können. Ufo lehnte die vom Konzern verlangte Festlegung ab, auf eine Mediation zwingend eine umfassende Schlichtung folgen zu lassen. Da für beide Phasen eine Friedenspflicht gelten würde, befürchtete die Gewerkschaft, dass ihr auf unbestimmte Zeit das Druckmittel des Streiks genommen werde.

          Lufthansa wollte hingegen nicht zulassen, dass eine anschließende Schlichtung davon abhängen kann wie Ufo den Verlauf der Mediation bewertet. Der Konzern hätte sich dann dann in der Mediation erpressbar gefühlt, falls Ufo Forderungen zur Konfliktbeilegungen stets mit Drohungen zum Ausfall der Schlichtung und Streiks hätte verbinden können.

          In dem Großkonflikt geht es nicht nur um Tarifforderungen, bei denen die Kontrahenten – wie sie selbst bestätigen – nicht weit auseinander liegen. Nach internen Querelen in der Gewerkschaft hatte Lufthansa allerdings  die Tariffähigkeit der Gewerkschaft infrage gestellt. Mittlerweile wird dieses Thema nicht weiter verfolgt, doch Misstrauen ist geblieben, zumal es einen Rechtsstreit gibt, weil der Konzern dem früheren Ufo-Vorsitzenden Nicoley Baublies gekündigt hat.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.