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Getreide aus der Ukraine : Krieg und Ernte

Im Hafen von Odessa Bild: dpa

Bis zum russischen Angriff auf den Hafen von Odessa ist der Weizenpreis wochenlang gefallen. Sind jetzt doch wieder Hungersnöte zu befürchten?

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          Thorsten Tiedemann tut sein Bestes, um die schlimmen Folgen des Kriegs in der Ukraine, der Kornkammer Europas, für die Ernährung der Weltbevölkerung zu lindern. Dafür ist der Geschäftsführer des Hamburger Agrarhandelsunternehmens Getreide AG aber nicht nach Odessa oder Mariupol am Schwarzen Meer gereist, um den Kriegsschiffen und Seeminen zum Trotz doch irgendwie ukrainisches Getreide auszuführen, das dort seit Monaten in großen Mengen in Lagerhäusern feststeckt. Sondern auf die andere Seite der Erdhalbkugel, nach Australien.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Den australischen Farmern kauft Tiedemann Raps ab, sie haben eine gute Ernte eingefahren. Rapsschrot ist ein prima Tierfutter. Damit lässt sich in der Viehhaltung Mais oder Weizen ersetzen. Dasselbe gilt für Soja, das Tiedemann und andere europäische Agrarhändler zurzeit in Brasilien und in Kanada einkaufen, wo nach einer Dürre im vergangenen Jahr nun wieder gute Erträge zu verzeichnen sind.

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