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Gesundheitswesen : Krankenkassen verzeichnen Mitgliederrekord

  • -Aktualisiert am

Fast 52 Millionen Kärtchen sind inzwischen im Umlauf Bild: ullstein bild

Der Boom auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich auch auf die gesetzliche Krankenversicherung aus. Die Marke von 52 Millionen Mitgliedern könnte bald geknackt werden.

          Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hatte noch nie so viele Beitragszahler wie heute. Zur Jahresmitte zählten die 145 gesetzlichen Krankenkassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 51,979 Millionen Mitglieder. Das sind annähernd 400.000 mehr als im Durchschnitt des Vorjahres. Damit könnte die Marke von 52 Millionen Mitgliedern in diesen Monaten fallen, vorausgesetzt, die insgesamt günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt hält an.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Denn der Mitgliederzuwachs der Kassen ist nicht etwa ein Ergebnis des Wettbewerbs mit der privaten Krankenversicherung. Deren Kundenzahl nimmt ebenfalls zu, zuletzt auf knapp 9 Millionen. Der Boom in der GKV beruht vor allem auf der Zunahme der Arbeitsverhältnisse, die eine Pflicht zur Sozialversicherung und damit Beitragszahlungen an die Arbeits-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung auslösen.

          1,6 Millionen Beitragszahler mehr als 2005

          Wer weniger als 50.850 Euro im Jahr verdient, muss sich in der GKV absichern, wer mehr verdient, darf sich privat absichern. Weil auch Rentner später als vor wenigen Jahren in den Ruhestand gehen, werden sie länger als Mitglied der Allgemeinen Krankenversicherung geführt. Gegenüber dem letzten Tiefstand des Jahres 2005 ist die Zahl der Beitragzahler in der GKV - ohne die kostenfrei mitversicherten 18 Millionen Angehörigen - um knapp 1,6 Millionen gewachsen, im Vergleich zu 1990 sind es fast 2 Millionen.

          Finanziell schlägt sich das im Gesundheitsfonds nieder, der alle Beitragseinnahmen sammelt und nach einem komplizierten Gewichtungsverfahren („Risikostrukturausgleich“) an die Kassen weiterreicht. Für die Kassen ist deshalb nicht die Zahl der Mitglieder, sondern die der Versicherten bedeutsam, denn sie erhalten ihre Gelder aus dem Fonds je Versicherten. Im Wettbewerb um die Versicherten haben die 11 Allgemeinen Ortskrankenkassen (deren Aktionsradius in der Regel auf ein Land begrenzt ist) zulegen können.

          Techniker Krankenkasse bedrängt Barmer/GEK

          Die kommen mit 24,4 Millionen Versicherten auf einen Marktanteil von 35 Prozent. Sie liegen damit aber weiter hinter den Ersatzkassen zurück, die per 1. Juli 25,7 Millionen Leute versicherten. Das entspricht mehr als 36 Prozent der GKV-Versicherten. 11,6 Millionen Versicherte zählten Betriebskrankenkassen. Sie sind mit 112 Kassen die größte Kassengruppe. Die acht Innungskassen kamen auf 5,4 Millionen Versicherte, die Knappschaft auf 1,8 Millionen.

          Bei den Ersatzkassen ist nach neuen Zahlen ihres Verbands weiterhin die Barmer/GEK mit 8,7 Millionen Versicherten der Marktführer. Sie wird aber immer mehr bedrängt von der Techniker Krankenkasse, die 8,1 Millionen Versicherte zählt und seit Januar um überdurchschnittliche 1,7 Prozent zulegte. DAK, die in diesem Jahr ihren Zusatzbeitrag wieder abgeschafft hatte, verlor rund 1 Prozent und weist 6,4 Millionen Versicherte aus. Die KKH, die nicht nur die Kooperation mit der Allianz-Versicherung aufgegeben, sondern auch ihren Zusatzbeitrag gestrichen hat, war annähernd stabil mit 1,8 Millionen Versicherten. Zuwächse verbuchten die beiden kleinsten Ersatzkassen, die HEK um 1 Prozent auf knapp 370.000, die hkk um 1,7 Prozent auf annähernd 360.000 Versicherte.

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