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Gesundheitswesen : Der Überschuss wächst weiter

Mehr Geld als viele Banken: Die Krankenkassen in Deutschland verfügen über mehr als 20 Milliarden Euro. Bild: dapd

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal abermals mehr als eine Milliarde Euro Gewinn gemacht. Die Debatte um Prämienzahlungen dürfte dadurch kräftig an Fahrt gewinnen.

          Die gesetzlichen Krankenkassen haben auch das erste Quartal des neuen Jahres mit einem Überschuss von vermutlich deutlich mehr als 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Allein die Ersatz- und Allgemeinen Ortskrankenkassen, die zwei Drittel des Marktes abdecken, kommen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf ein Plus von zusammen mehr als 1,1 Milliarden Euro. Auch bei Betriebs- und Innungskassen sowie der Knappschaft dürfte wieder ein Plus aufgelaufen sein. Fachleute rechnen mit einem Überschuss von rund 1,5 Milliarden Euro. So hoch war der Überschuss der Kassen auch Anfang 2011 ausgefallen.

          Mehr als 20 Milliarden Euro Rücklagen

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Ortskrankenkassen weisen demnach einen Überschuss von 550 Millionen Euro aus, im Vorjahr waren es noch knapp 630 Millionen gewesen. Die Ersatzkassen kommen auf ein Plus von 568 Millionen Euro, das sind 50 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Allerdings wäre der Überschuss der Ersatzkassen ohne den von DAK und KKH-Allianz zu Jahresbeginn verlangten Zusatzbeitrag 154 Millionen Euro niedriger ausgefallen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Überschüsse der Ersatzkassen im zweiten Quartal geringer sein dürfen, weil DAK und KKH-Allianz auf einen Zusatzbeitrag verzichten. Im Einzelnen kommt die größte Kasse, die Barmer, auf ein Plus von 80 Millionen Euro, die Techniker Krankenkasse auf 190 Millionen Euro, die DAK auf 248 Millionen Euro und die KKH-Allianz auf 30,5 Millionen Euro. Die kleineren Ersatzkassen HEK und hkk schließen je mit rund 10 Millionen Euro im Plus ab.

          Die weitere Erhöhung der Rücklagen auf nunmehr mehr als 20 Milliarden Euro in Gesundheitsfonds und Kassen kommt nicht überraschend. Die gute Beschäftigungslage und steigende Tarifentgelte führen zu einem hohen Mittelzufluss in die gesamte Sozialversicherung, so auch in den Gesundheitsfonds. Dessen Zuweisungen an die Kassen lagen im Schnitt um rund 4 Prozent über denen des Vorjahres. Die sind damit trotz steigender Ausgaben offensichtlich gut zurechtgekommen. Die wieder gestiegenen Überschüsse dürften die Debatte um Prämienzahlungen und Abschaffung der Praxisgebühr wieder beleben. Die Kassen wollen das Geld lieber für in den nächsten Jahren erwartete Ausgabenerhöhungen beiseitelegen.

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