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Gesundheitsökonom Greiner : „Eine neue Wirtschaftsordnung brauchen wir nicht“

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hat Deutschland viele Betten auf Isolierstationen und in der Intensivpflege. Bild: dpa

In der Corona-Krise wird der Ruf nach dem Staat lauter. Dabei zeigt sich gerade im deutschen Gesundheitssystem, wie gut der Markt funktioniert.

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          In der Corona-Krise brechen viele Dämme, früher Unvorstellbares wird über Nacht möglich. Milliardenhilfen für die Wirtschaft etwa, eine riesige Neuverschuldung, die Zwangsschließung von Geschäften und Schulen, Kontaktsperren. Schon wird darüber nachgedacht, Unternehmen zur Umstellung ihrer Produktion zu zwingen oder eine staatliche Fertigung kritischer Arzneimittel und Schutzausrüstungen aufzubauen.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Immer wieder heißt es, der Grund für fehlende Schutzmasken sei die überbordende Ökonomisierung des Gesundheitswesens, die gleichsam die Globalisierung mit schlimmen Folgen direkt ins Krankenzimmer geholt habe. Die Politik habe das System hemmungslos kaputtgespart, obwohl es sich um kritische Infrastruktur zur Daseinsvorsorge handele. Folgen dieser verfehlten Ansätze seien niedrige Löhne in der Pflege und ständige Engpässe in der Beschaffung von Arzneimitteln und nun auch von Schutzbekleidung. Zudem sei Deutschland in eine gefährliche Abhängigkeit von außereuropäischen Staaten geraten. Einige Auguren fordern deshalb schon eine neue Weltwirtschaftsordnung.

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