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Gesundheitsämter in der Krise : Jeder kämpft für sich allein

Viele Soldaten unterstützen die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung. Bild: dpa

Auch neun Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie müssen die Mitarbeiter der Gesundheitsämter viel überflüssige Arbeit erledigen. Dabei hatten Bund und Länder etwas anderes vereinbart.

          3 Min.

          Bund und Länder sind mit ihrem Vorhaben gescheitert, die rund 400 Gesundheitsämter in Deutschland ausreichend für den Kampf gegen die Corona-Pandemie auszurüsten. Bis zum 31. Dezember sollten 90 Prozent der Gesundheitsämter miteinander vernetzt sein, um die Kontakte von Corona-Infizierten leichter nachverfolgen zu können und die Entstehung von Hotspots zu verhindern. Dies sollte über die digitale Plattform Sormas geschehen, die vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) schon vor Jahren im Kampf gegen die Ebola-Epidemie entwickelt wurde. Eine Umfrage der F.A.Z. unter allen 16 deutschen Gesundheitsministerien zeigt nun: Von diesem Ziel einer umfassenden digitalen Vernetzung ist Deutschland noch weit entfernt.

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Den Beschluss für den Rollout hatten Bund und Länder auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 16. November getroffen, also rund acht Monate nach dem ersten Lockdown im Frühjahr. Damit sollen die Beschäftigten in Gesundheitsämtern „von unnötigem Aufwand“ entlastet werden. Mit der Überforderung von Gesundheitsämtern werden viele Beschränkungen begründet, die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verhängt wurden. Bis zum 15. Januar sollen die Bundesländer berichten, wie weit sie mit diesem Vorhaben gekommen sind. Bayern zeigte sich anfangs entschlossen, die Zielvorgabe zu übertreffen. Dort hat man die Gesundheitsämter sogar verpflichtet, „umgehend bayernweit“ einheitlich das digitale Programm Sormas zu verwenden.

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