https://www.faz.net/-gqe-tnon

Gesetzesänderungen : Höhere Steuern und einige Geschenke

  • -Aktualisiert am

Änderungen in den Paragraphen zum Jahreswechsel Bild: dpa

Auf die Bundesbürger kommen im Jahr 2007 wieder etliche gesetzliche Änderungen zu. Die Mehrwertsteuer steigt, der Sparerfreibetrag sinkt. FAZ.NET gibt einen Überblick.

          12 Min.

          Auf die Bundesbürger kommen im Jahr 2007 wieder etliche gesetzliche Änderungen zu. Insbesondere die zusätzlichen Steuerbelastungen und die ausgebaute Familienförderung können erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Steuer

          Zum 1. Januar 2007 steigen Mehrwert- und Versicherungsteuer auf 19 Prozent. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent - beispielsweise für Lebensmittel - bleibt unverändert. Die Erhöhung der Versicherungsteuer gilt unter anderem für die private Haftpflichtversicherung sowie die Kraftfahrzeugversicherung. Abweichend davon steigt der Steuersatz bei Feuerversicherungen auf 14 Prozent, was Auswirkungen auf Wohngebäude- und Hausratversicherungen hat. Ausgenommen sind Lebens-, Renten- und Krankenversicherungen.

          Nur noch Fernpendler können künftig ihre Aufwendungen für die Wege zur Arbeits- oder Betriebsstätte beim Finanzamt geltend machen. Für Fahrten mit Auto und Bahn können vom 21. Kilometer an 30 Cent pro Kilometer abgerechnet werden. Die bisherige Entfernungspauschale wird abgeschafft. Die neuen Regeln gelten auch für Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs; Bus- und Bahnfahrer erhalten allerdings nur noch die maximale Entfernungspauschale von 4500 Euro.

          Der Sparerfreibetrag wird von 1370 auf 750 Euro für Ledige und von 2740 auf 1500 Euro für Verheiratete abgesenkt. Der Werbungskostenpauschbetrag von 51 Euro pro Person bleibt unverändert.

          Für Spitzenverdiener gilt vom Jahresbeginn an der auf 45 Prozent erhöhte Spitzensteuersatz (vorher 42 Prozent). Er beginnt bei einem zu versteuernden Privateinkommen über 250.000 Euro für Ledige und über 500.000 Euro für Verheiratete. Ausschließlich unternehmerische Gewinneinkünfte - also solche von Freiberuflern und Selbständigen - sind davon bis zum Inkrafttreten der für 2008 geplanten Unternehmenssteuerreform ausgenommen.

          Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind nur noch dann als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellt. Die Bergmannsprämie wird zum 1. Januar 2007 auf 2,50 Euro gesenkt und zum 1. Januar 2008 aufgehoben.

          Kinderbetreuungskosten sind steuerlich stärker absetzbar. Berufstätige Alleinerziehende und Doppelverdienerpaare können für jedes Kind bis zum vierzehnten Geburtstag zwei Drittel aller Kosten - maximal 4000 Euro - als Werbungskosten geltend machen. Für Einverdienerpaare und nicht erwerbstätige Alleinerziehende gilt: Betreuungskosten für Kinder zwischen drei und sechs Jahren können zu zwei Dritteln als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden (ebenfalls 4000 Euro). Außerdem können Kosten für eine Kinderbetreuung im eigenen Haushalt angesetzt werden.

          Private Haushalte können für Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten 20 Prozent der Arbeitskosten absetzen - maximal 600 Euro. Betriebliche Investitionen werden stärker gefördert. Unter anderem wurde die degressive Abschreibung von 20 auf 30 Prozent angehoben. Die Umsatzgrenze bei der Ist-Versteuerung wurde in den alten Ländern auf 250.000 Euro verdoppelt. Die bereits höhere Umsatzgrenze von 500.000 Euro in den neuen Ländern wurde bis 2009 verlängert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.