https://www.faz.net/-gqe-aiifa

Entwicklungshilfe : Gerd Müller wird Chef von UN-Entwicklungsorganisation

  • Aktualisiert am

Minister Müller erhält von Bundespräsident Steinmeier seine Entlassungsurkunde. Bild: dpa

Zur Bundestagswahl ist Gerd Müller schon nicht mehr angetreten. In der neuen Regierung wäre für den CSU-Politiker ohnehin kein Platz gewesen. Nun kümmert er sich um sein altes Thema an neuer Wirkungsstätte.

          1 Min.

          Der geschäftsführende Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist als neuer Chef der UN-Organisation für Industrielle Entwicklung (Unido) bestätigt worden. Die Entscheidung der Unido-Generalkonferenz in Wien am Dienstag war der letzte formelle Schritt, bevor der 66 Jahre alte deutsche Politiker nächste Woche die Nachfolge des bisherigen chinesischen Generaldirektors Li Yong antritt.

          Die in Wien ansässige Organisation beschäftigt rund 2200 Mitarbeiter, um industrielle Sektoren in ärmeren Ländern zu stärken. Voriges Jahr wurden Entwicklungsprojekte im Wert von 178 Millionen Dollar (158 Millionen Euro) umgesetzt. Die Unido hatte seit Mitte der 1990er Jahre mit dem Ausstieg einiger finanzkräftiger Mitglieder zu kämpfen, darunter die USA, Kanada, Australien, Frankreich und Großbritannien.

          „Wir brauchen ein viel stärkeres Engagement der industrialisierten Länder“, sagte Müller in seiner Dankesrede in Wien. Er äußerte die Hoffnung, dass in seiner vierjährigen Amtszeit einige der ehemaligen Mitgliedsstaaten zurückkehren könnten.

          Müller benennt seine Prioritäten vor Amtsantritt

          Als seine wichtigsten Ziele nannte Müller den Ausbau der nachhaltigen Energieversorgung, der Transportinfrastruktur und der Digitalisierung. Potential sieht Müller unter anderem im Bausektor, in der Autoindustrie und in der Pharmabranche. Der Sohn eines Bauern will als Unido-Chef auch für Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft und für die faire Bezahlung der Produzenten kämpfen.

          Über all diesen Plänen steht laut Müller die Aussicht auf eine wachsende Weltbevölkerung, die Nahrung und Arbeit braucht. Es brauche konkrete Pläne zur Schaffung von „Jobs, Jobs und nochmal Jobs für Hunderte Millionen Menschen – besonders junge Menschen.“

          Im September 2020 hatte Müller angekündigt, nicht mehr für den neuen Bundestag zu kandidieren. Die Europäische Union unterstützte sein Antreten bei der Unido. Bei der Wahl zum Generaldirektor setzte er sich im Juli gegen Kandidaten aus Äthiopien und Bolivien durch.

          Müller hatte Ende 2013 das Amt des Entwicklungsministers angetreten. Davor war er parlamentarischer Staatssekretär sowie Abgeordneter im Bundestag und im EU-Parlament gewesen.

          Weitere Themen

          Geldregen für Passwortmanager-Start-up

          Rekordfinanzierung : Geldregen für Passwortmanager-Start-up

          Sich Passwörter zu merken, fällt jedem schwer. Investoren sehen in Programmen, die dabei helfen, deshalb ein lukratives Geschäft. 1 Password überrascht nun mit der größten Finanzierungsrunde, die es in Kanada je gab.

          Österreichs nie genutztes Kernkraftwerk Video-Seite öffnen

          Zwentendorf : Österreichs nie genutztes Kernkraftwerk

          In Betrieb gegangen ist das einzige Atomkraftwerk Österreichs nie, da sich die Menschen in einer Volksabstimmung in den siebziger Jahren gegen die Kernkraft entschieden. Aus Wien kommt nun heftiger Widerstand gegen die Brüsseler Taxonomie-Verordnung.

          Topmeldungen

          Sie sieht das Ansteckungsrisiko auch für Dreifachgeimpfte: Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek

          Virologin Ciesek warnt : „Ansteckungsrisiko so hoch wie nie“

          Die Infektionszahlen sind so hoch wie nie. Die Gefahr einer Ansteckung rückt damit näher, warnt die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. Doch die neuen Quarantäneregeln für Geboosterte passen nicht dazu.
          Auf dass die Kurse steigen mögen: der Bulle als Symbol für den Aufwärtstrend an der Börse.

          Hohes Risiko : Die Lieblingsaktien der Deutschen

          Biontech, Tesla, Curevac – die Privatanleger hierzulande stecken ihr Geld am liebsten in gewagte Investments. Nicht immer ist ihnen das Glück dabei hold.