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Rückschlag für Tesla-Rivalen : General Motors sagt Zusammenarbeit mit Nikola ab

Ein Nikola-Lastwagen Bild: AFP

Amerikas größter Autohersteller beteiligt sich doch nicht am Elektrolastwagen-Startup Nikola. Der Kurs der Nikola-Aktie bricht ein.

          2 Min.

          Betrugsvorwürfe haben Amerikas größten Autokonzern General Motors offenbar von einer engeren Verbindung mit der jungen Elektrofahrzeug-Firma Nikola abgehalten. Statt sich am Unternehmen zu beteiligen, wie im September angekündigt, will General Motors nur noch Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Ausstattung von Nikola-Lastwagen mit einem Brennstoffzellen-System austesten. Das hat Nikola mitgeteilt. Die unverbindliche Absichtserklärung ersetzt die am 8. September öffentlich gemachte Ankündigung einer strategischen Zusammenarbeit beider Unternehmen.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Sie sah neben einer Kapitalbeteiligung im Umfang von elf Prozent des Nikola-Aktienkapitals auch die gemeinsame Entwicklung eines elektrischen Pick-up-Trucks namens Badger vor. Damit wäre Nikola in direkte Konkurrenz zu Tesla getreten. Das Fahrzeug war zugleich wichtiger Baustein für die Elektro-Strategie von General Motors. Tesla entwickelt aktuell den sogenannten Cybertruck. Nikola kündigte nun an, sämtliche Vorleistungen von General Motors zurückzuerstatten.

          Die Nikola-Aktie verlor nach der Bekanntgabe der Nachricht zeitweise 24 Prozent ihres Wertes. Nikola war schon im Herbst nach Betrugsvorwürfen wegen angeblicher Irreführung von Investoren unter Druck geraten. Der Vorstandschef und Gründer Trevor Milton räumte seinen Führungsposten, nachdem der Finanzinvestor Hindenburg Research in einem Bericht darlegte, dass die Firma und ihre Führung den Reifegrad ihrer technologischen Entwicklungen deutlich übertrieben habe. Milton hatte Anleger mit der Vision angezogen, den gesamten Markt für Lastwagen zu revolutionieren mit Fahrzeugen, die mit Batterie und Wasserstofftechnik betrieben werden sollen.

          Hindenburg sprach dagegen von einem „komplexen Betrug“. Der Finanzinvestor profitiert als Leerverkäufer vom Niedergang der Aktie des Unternehmens. Sein Bericht trug den Titel: „Nikola: Wie man mit einem Meer aus Lügen Partner des größten Autoherstellers Amerikas wird.“ Hindenburg nimmt regelmäßig Firmen ins Visier, bei denen sie Betrug oder maßlose Übertreibungen vermutet. Vor wenigen Tagen meldete Nikola, dass es Vorladungen vom Justizministerium und von der Börsenaufsicht SEC erhalten habe.

          Nikola hat bisher noch kein marktreifes Produkt vorzuweisen. 2021 soll frühestens mit der Produktion eines Lkw begonnen werden. Die Aktie hat seit ihrem Höchststand Anfang Juni in Höhe von knapp 80 Dollar rund 75 Prozent ihres Wertes eingebüßt. In den besten Zeiten war das Unternehmen mehr wert als Ford. Nach dem Einbruch war das Unternehmen immer noch rund acht Milliarden Dollar teuer. Nikola kooperiert auch mit dem Lkw-Riesen Iveco, dessen Muttergesellschaft am Start-up beteiligt ist.

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