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Australien : Neuer Ansatz für Gleichstellung von Frauen und Männern

Auch in Australien wollen Frauen für gleiche Arbeit nicht weniger verdienen als Männer. Bild: EPA

Kampf dem Gender Pay Gap: Geht es nach Labour, sollen in Australien Firmen Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen erklären – sonst gibt es keine Regierungsaufträge.

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          Manchmal bringt ein Wahlkampf das Beste im Menschen hervor. Australien wird am 18. Mai wählen. Und die oppositionelle Labor-Partei unter ihrem Führer Bill Shorten wirbt mit einer interessanten Idee nicht nur um die Stimmen von Wählerinnen: Labor verspricht, nach einem Sieg mehr Druck auf Unternehmen zur Gleichstellung der Geschlechter ausüben zu wollen.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Zwar scheint Australien noch nicht bereit für Quoten. Doch wählen die Linken deshalb einen interessanten Weg: Sie wollen die Firmen, die auf Regierungsaufträge hoffen, zwingen, das Gehaltsgefälle zwischen Frauen und Männern im eigenen Hause offenzulegen. Zudem müssen sie dann erklären, wie sie Einkommenslücken bei gleichartigen Jobs schließen wollen.

          Öffentlicher Pranger

          Zwar plant Labor augenscheinlich keine Repressionen gegen Unternehmen, die weiterhin geschlechtsspezifisch unterschiedlich bezahlen. Doch will die Regierung solche Firmen öffentlich an den Pranger stellen, von lukrativen Regierungsaufträgen ausschließen und damit indirekt so viel Druck ausüben, dass nicht nur ihr Image in der Öffentlichkeit leidet.

          Derzeit beträgt der Gehaltsabstand zwischen den Geschlechtern im landesweiten Durchschnitt gut 14 Prozent. Die Behörden hatten 2017 berechnet, es werde mindestens bis 2067 dauern, bis Frauen und Männer in Australien gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekämen. Im vergangenen Jahr verdienten Männer in Australien wöchentlich 1695,60 Australische Dollar (1070,47 Euro), während Frauen mit 1455,80 Dollar (919,08 Euro) nach Hause kamen.

          In der Politik bessert sich die Lage bei dieser Wahl schon, wenn man auf die Liste der Kandidaten schaut: Von den 1514 Personen, die sich zur Wahl stellen, sind immerhin 519 oder ein gutes Drittel weiblich. Mit Blick auf die Wahl für den Senat sieht es deutlich besser aus: 280 männlichen Kandidaten stehen 178 Kandidatinnen gegenüber. Die Gewinner oder Gewinnerinnen werden das gleiche verdienen.

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