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Bilanzsaison : Gemischte Vorzeichen für die Deutsche Bank

  • -Aktualisiert am

In New Yorks Finanzdistrikt Wall Street weht oft ein heftiger Wind. Bild: dpa

Die Quartalszahlen der US-Banken zeigen: Im Zinsgeschäft lässt sich wieder gutes Geld verdienen. Das Investmentbanking aber schwächelt. Was bedeutet das für die Deutsche Bank?

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          Der Internationale Währungsfonds hat gerade seine Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft für 2022 um 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Juli auf 1,6 Prozent verringert. Am Anleihemarkt klettern die Renditen besonders für kürzere Laufzeiten, so werfen zweijährige Staatsanleihen nun 4,4 Prozent ab, zehnjährige Trea­suries 3,9 Prozent. Damit erhalten Anleger, die dem amerikanischen Staat kürzer Geld leihen, mehr Zinsen – ein untypischer Fall, der eine bevorstehende Rezession signalisiert.

          Ge­messen an diesen Prognosen schlagen sich US-Banken noch hervorragend. Selbst Morgan Stanley verdiente nach einem Gewinnrückgang um 30 Prozent im gerade zu Ende gegangenen Quartal noch so viel wie die Deutsche Bank im gesamten Jahr 2021. Dabei ist Morgan Stanley vom Investmentbanking abhängig, wo die Gebühreneinnahmen in diesem Jahr wegen ge­ringer Unternehmenskäufen und seltenen Börsengängen stark schrumpfen.

          Porsches Gebührenkuchen

          Beim breiter aufgestellten Branchenprimus JP Morgan liefert das stabile Privatkundengeschäft nun so­gar mehr zum Gewinn als das Investmentbanking. Für die Quartalszahlen der Deutschen Bank sind das ge­mischte Vorzeichen. Sie dürfte im Pri­vatkundengeschäft ordentlich verdient haben, denn auch hierzulande sind die Kreditzinsen gestiegen, wenn auch nur grob halb so hoch wie in den USA. Gleichzeitig muss man die Zinsen auf Einlagen, die deutsche Banken ihren Sparern anbieten, noch mit der Lupe suchen. Daraus entsteht eine ganz hübsche Zinsspanne, mit der sich Geld verdienen lässt.

          Allerdings dürfte auch die Deutsche Bank im Investmentbanking weniger eingenommen haben. Zwar gab es in Deutschland mit Porsche einen lu­krativen Börsengang, aber hier war die Deutsche Bank nur „unter ferner liefen“ beteiligt. Das größte Stück von Porsches Gebührenkuchen si­cherten sich eben die US-Banken JP Morgan, Citi, Goldman Sachs und Bank of America.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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