https://www.faz.net/-gqe-7av5u
Tobias Piller (tp.)

Geldwäscheverdacht : Vatikan, ohne Bilanzen

  • -Aktualisiert am

Die Vatikanbank steckt tief in der Krise. Sie operiert in einer Grauzone, die Leuten mit unredlichen Absichten Platz einräumt. Wenn der Vatikan eine eigene Bank will, dann muss das Gebaren auch transparent sein.

          1 Min.

          Der Heilige Petrus habe schließlich kein Konto bei der Bank gehabt. So lautet das geflügelte Wort von Papst Franziskus zum Thema Vatikanbank und Finanzen.

          Das Prinzip ist eingängig: Petrus war kein Millionär, sein Leben drehte sich nicht um Geldfragen. Doch leider sind gerade im Vatikan viele Monsignori darin geübt, hehre Prinzipien in ihr Gegenteil zu verkehren. Wenn schon Petrus nichts mit Banken und Finanzfragen zu tun hatte, lautet die Folgerung, dann könne sich auch der Vatikan all das Gebaren sparen, das mit schnödem Geld zu tun hat. Gerne spart man sich dann all die klassischen Regeln für Finanzinstitute und Finanzverwaltung.

          Was dabei herauskommt, ist ein Gemenge aus überkommenen Traditionen und hausgemachter Improvisation - mit Grauzonen für Leute mit unredlichen Absichten oder faulen Kompromissen in Fragen der Moral.

          Die Welt rund um den Vatikan ist da weiter. Da müsste der Vatikan nicht nur die Bilanz seiner Bank publizieren, sondern auch einen konsolidierten Staatshaushalt und Vermögensaufstellungen sowie Programme für Kostenrechnung einführen. Transparente Zahlen erziehen zu Verantwortlichkeit. Wer die nicht will, verdient kein Vertrauen.

          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Weitere Themen

          VW-Thermofenster ist rechtswidrig

          EuGH-Gutachter : VW-Thermofenster ist rechtswidrig

          Das Thermofenster in bestimmten Dieselmotoren von Volkswagen verstößt gegen das EU-Recht, meint der Generalanwalt in Luxemburg. Der Konzern ist weiter einer anderen Meinung. Bis zum Urteil bleiben noch viele Fragen offen.

          Topmeldungen

          Im Fernsehen, wie hier beim letzten Triell, traten die Kandidaten mit offenem Visier an. Im Netz wird aus dem Hinterhalt geschossen.

          Hetze im Internet : Der schmutzige Wahlkampf

          Sie finden der Kampf ums Kanzleramt zwischen Baerbock, Laschet und Scholz sei eine müde Sache, langweilig und gebremst? Die Kampagnen im Netz zeigen etwas anderes.
          Geplagt vom Chipmangel: Der Standort von MAN in München

          Mangel an Halbleitern : Harter Kampf um die Mikrochips

          Von Traton bis VW: Den Chipmangel bekommen immer mehr Unternehmen mit voller Wucht zu spüren, die sonst viel mehr verkaufen könnten. Es gibt wenig Aussicht auf Besserung.
          In Luxemburg steht die nächste Abschalteinrichtung im Abgasskandal auf dem rechtlichen Prüfstand.

          EuGH-Gutachter : VW-Thermofenster ist rechtswidrig

          Das Thermofenster in bestimmten Dieselmotoren von Volkswagen verstößt gegen das EU-Recht, meint der Generalanwalt in Luxemburg. Der Konzern ist weiter einer anderen Meinung. Bis zum Urteil bleiben noch viele Fragen offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.