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Bundesrechnungshof kritisiert : Sind Zahnspangen Geldverschwendung?

Überflüssig oder notwendiges Übel? Der Bundesrechnungshof hat Zweifel an der Behandlung mit Zahnspangen. Bild: Frank Röth

Noch Milchzähne oder schon Zahnspange – so könnte die Frage bei vielen Kindern lauten. Kritik an der kieferorthopädischen Behandlung kommt jetzt von ungeahnter Stelle.

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          Viele Kinder und Jugendliche tragen eine Zahnspange, die Krankenkassen und die Eltern zahlen. Dabei sei der Erfolg dieser Behandlung nicht ausreichend erforscht, kritisiert der Bundesrechnungshof. Schätzungsweise mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland werde über zwei bis vier Jahre kieferorthopädisch behandelt. Doch Ziel und Erfolg dieser Behandlungen seien nur unzureichend untersucht.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „In anderen Leistungsbereichen der Gesetzlichen Krankenversicherung muss der Nutzen einer Therapie wissenschaftlich bestätigt sein. Das sollte auch bei kieferorthopädischen Behandlungen der Fall sein“, mahnt Präsident Kay Scheller. Im Sinne der Patienten sei zu klären, welche Leistungen zu Behandlungserfolgen führten. „Ohne Versorgungsforschung haben Bundesgesundheitsministerium und Krankenkassen hier derzeit ein Erkenntnisproblem.“

          Gesundheitsministerium habe Hinweise ignoriert

          Der Rechnungshof kritisiert, das Gesundheitsministerium habe frühere Hinweise in diese Richtung nicht aufgegriffen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen und das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information hätten schon vor Jahren die fehlende Transparenz in diesem Aufgabenfeld bemängelt. „Das Bundesgesundheitsministerium ging dem nicht nach“, stellt er kritisch fest. Er empfiehlt, die kieferorthopädische Versorgungslage und die Behandlungen objektiv auszuwerten.

          Für viele Versicherte zahlen aber nicht nur die Krankenkassen für die Leistungen, sondern auch die Versicherten selbst. Diese Ausgaben sollten in die Analyse einbezogen werden. Sollten Selbstzahlerleistungen den derzeitigen Leistungen der Krankenkassen überlegen sein, wäre zu prüfen, diese in die Versorgung durch die Krankenkassen zu übernehmen.

          Zudem fordert der Rechnungshof die Politik auf, sicherzustellen, dass alle Ärzte eine ausreichende Haftpflichtversicherung abgeschossen haben. Nicht immer sei das der Fall. „Dadurch kann es nach Behandlungsfehlern dazu kommen, dass geschädigte Versicherte und ihre Krankenkassen Schadensersatzansprüche nicht oder nicht vollständig durchsetzen können“, heißt es in den ergänzenden Bemerkungen. „Der Patient muss geschützt sein. Bei einem Behandlungsfehler darf er nicht auf seinen Kosten sitzenbleiben“, urteilt Scheller.

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