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Streik beendet : Geldtransport-Beschäftigte erstreiken kräftige Lohnerhöhung

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Eine Hupe steckt in der Tasche eines Demonstranten aus der Geld - und Werttransportbranche. Bild: dpa

Der Streik der Geldtransport-Beschäftigten endet mit einem Paukenschlag: Bis zu 17 Prozent mehr Gehalt sollen sie erhalten. Die Industrie sei „weit über die Schmerzgrenze hinaus“ gegangen.

          Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber haben sich auf deutliche Lohnerhöhungen für die rund 11.000 Beschäftigten der Geldtransport-Branche geeinigt. Eine Einigung wurde nach 14-stündigen Verhandlungen in der Nacht zum Freitag erzielt, erklärte die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Der Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren sehe eine Anhebung der Entgelte in zwei Stufen zwischen 7,7 und 17,1 Prozent vor, teilte Verdi am Freitag mit. 

          „Mit diesen Erhöhungen gehen wir weit über die Schmerzgrenze hinaus“, sagte Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der BDGW. Im Interesse der Kunden und der Verbraucher habe man jedoch ein schnelles Ende der dreitägigen Warnstreiks erreichen wollen.

          Seit Mittwoch hatten die Geldtransport-Beschäftigten mit Arbeitsniederlegungen Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt. Die Auswirkungen auf die Bargeldversorgung waren nach Angaben von Banken und Handel dennoch gering, weil sie entsprechende Vorsorge getroffen hatte. Bei einer Fortsetzung des Ausstands hatte der Handel aber Einschränkungen befürchtet. Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes sprach von einem „hervorragenden“ Tarifergebnis. „Die hohe Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks zum Jahresauftakt hat dies möglich gemacht.“

          In trockenen Tüchern ist die Vereinbarung aber noch nicht: Da der Abschluss weit über die Vorgaben der BDGW-Mitgliedsunternehmen hinaus gehe, wollen die Arbeitgeber am 21. Januar in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die Annahme des Tarifergebnisses abstimmen, wie Olschok sagte. Verdi hat seinen Mitgliedern die Annahme des Ergebnisses empfohlen, die nun darüber abstimmen. Arbeitgeber und Gewerkschaft vereinbarten eine dreiwöchige Erklärungsfrist bis zum 24. Januar, um die Tarifeinigung endgültig anzunehmen.

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