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Geldpolitiker : EU-Parlament will Frau in EZB-Direktorium

  • Aktualisiert am

Yves Mersch Bild: Eilmes, Wolfgang

Die EZB-Führungsspitze ist seit mehr als einem Jahr eine reine Männerdomäne. Weil bei der Neubesetzung auch keine Frau für den Posten in Erwägung gezogen wurde, blockiert das EU-Parlament die Berufung des luxemburgischen Notenbankchefs Yves Mersch.

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          Der luxemburgische Notenbankpräsident Yves Mersch kann seine Arbeit als neues Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) noch nicht aufnehmen. Der Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments hat  beschlossen, die für den kommenden Montag geplante turnusgemäße Anhörung  Merschs abzusagen.

          Die britische Ausschussvorsitzende Sharon Bowles begründete dies damit, dass der EU-Ministerrat keine weiblichen Kandidaten für den Posten vorgeschlagen habe. Derzeit gebe es im gesamten EZB-Rat - also einschließlich der nationalen Notenbankchefs - keine einzige Frau. Dies entspreche nicht den Vorstellungen des Ausschusses. Die Eurogruppe habe nach Beteuerungen ihres Vorsitzenden Jean-Claude Juncker keine geeigneten weiblichen Kandidaten gefunden, berichtete Bowles. Sie forderte deshalb einen „mittelfristigen Plan“, der die Förderung von Frauen in wichtigen EZB-Positionen ermögliche.

          Ähnlich wie in den Unternehmen müsse in dieser Hinsicht ein „systemisches kulturelles Problem“ gelöst werden. Vor diesem Hintergrund sei es „derzeit“ nicht sinnvoll, die Anhörung durchzuführen. Der Parlamentsausschuss hat bei der Ernennung von EZB-Direktoriumsmitgliedern ein Anhörungsrecht, kann die Bestellung des Kandidaten aber nicht verhindern. Es wird erwartet, dass Juncker eine allgemeine Absichtserklärung abgibt, dass die Eurogruppe künftig dieser Frage mehr Beachtung schenkt. Eine Gefährdung von Merschs Ernennung ist ausgeschlossen.

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