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Geldpolitik : Yellen im Chefsessel

Die Zeichen deuten darauf hin, dass die Fed ihre Geldpolitik straffen wird. Mario Draghi hingegen betont, dass eine Änderung der EZB-Politik nicht ansteht – von Dauer ist dieser Kurs wohl eher nicht.

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          Die Macht des Dollars an den Finanzmärkten ist so groß, dass die amerikanische Federal Reserve seit Jahrzehnten den Rahmen für die Weltfinanzmärkte setzt. In diesem Lichte sind die jüngsten Ankündigungen aus Washington und Frankfurt zu sehen. Die Überlegung, neben Zinserhöhungen auch eine allmähliche Reduzierung ihrer durch Anleihekäufe stark gewachsenen Bilanzsumme anzugehen, belegt, dass es der Fed mit ihrer – wenn auch langsamen – Straffung der Geldpolitik ernst ist.

          Wichtig ist auch die transatlantische Wirkung der Nachrichten aus der Fed, denn nach früheren Mustern wird die Geldpolitik in Europa, wenn auch mit Zeitverzögerung, von den amerikanischen Vorgaben beeinflusst. In Frankfurt hat Mario Draghi am Donnerstag betont, derzeit stehe eine Änderung der EZB-Politik nicht zur Debatte. Nicht nur die sich bessernde Wirtschaftslage in der Eurozone, sondern auch die Sogwirkung aus Washington wird die Debatte über die EZB-Politik bald nach den französischen Präsidentenwahlen beleben.

          Das dürfte auch einem erfahrenen Geldpolitiker wie Draghi klar sein. Auf die Dauer wird er sich nicht in seiner übervorsichtigen Haltung einmauern können.

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