https://www.faz.net/-gqe-8wnvq

Geldpolitik : Yellen im Chefsessel

Die Zeichen deuten darauf hin, dass die Fed ihre Geldpolitik straffen wird. Mario Draghi hingegen betont, dass eine Änderung der EZB-Politik nicht ansteht – von Dauer ist dieser Kurs wohl eher nicht.

          Die Macht des Dollars an den Finanzmärkten ist so groß, dass die amerikanische Federal Reserve seit Jahrzehnten den Rahmen für die Weltfinanzmärkte setzt. In diesem Lichte sind die jüngsten Ankündigungen aus Washington und Frankfurt zu sehen. Die Überlegung, neben Zinserhöhungen auch eine allmähliche Reduzierung ihrer durch Anleihekäufe stark gewachsenen Bilanzsumme anzugehen, belegt, dass es der Fed mit ihrer – wenn auch langsamen – Straffung der Geldpolitik ernst ist.

          Wichtig ist auch die transatlantische Wirkung der Nachrichten aus der Fed, denn nach früheren Mustern wird die Geldpolitik in Europa, wenn auch mit Zeitverzögerung, von den amerikanischen Vorgaben beeinflusst. In Frankfurt hat Mario Draghi am Donnerstag betont, derzeit stehe eine Änderung der EZB-Politik nicht zur Debatte. Nicht nur die sich bessernde Wirtschaftslage in der Eurozone, sondern auch die Sogwirkung aus Washington wird die Debatte über die EZB-Politik bald nach den französischen Präsidentenwahlen beleben.

          Das dürfte auch einem erfahrenen Geldpolitiker wie Draghi klar sein. Auf die Dauer wird er sich nicht in seiner übervorsichtigen Haltung einmauern können.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Ende : Pech für die Wirtschaft

          Das Aus der schwarz-blauen Regierung ist folgerichtig. Doch wirtschaftlich hat das Bündnis mehr hinbekommen als die Vorgängerregierung. Hoffentlich fällt das Land nicht zurück in Stillstand.

          Wie weiter mit dem Brexit? : Das britische System liegt in Trümmern

          Womöglich kann das britische Parlament einen „No Deal“ nach der Europawahl nicht mehr verhindern. Dann müsste die EU sich auch an die eigene Nase fassen – sie hat zur Polarisierung der Politik im Vereinigten Königreich beigetragen.
          Die 45. Internationale Waffen-Sammlerbörse im März in Luzern

          Mit rund 64 Prozent : Schweizer stimmen für schärferes Waffenrecht

          Die Eidgenossen haben sich den Verbleib im Schengen-Raum gesichert: Eine Mehrheit sprach sich für die Übernahme der verschärften Waffenrichtlinie der EU aus. Bei einer Ablehnung wäre die Mitgliedschaft automatisch nach sechs Monaten erloschen.

          Deutschland beim ESC : S!sters am Ende

          Der deutsche Beitrag beim ESC landet mal wieder auf einem der letzten Plätze. Was haben die S!sters falsch gemacht? Und warum suchen sie die Fehler bei anderen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.