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Geldpolitik : Weidmann nervt

Weidmann im Mittelpunkt: „Familienfoto“ auf der IWF- und Weltbanktagung Bild: AFP

Mit seiner Mahnung, dass eine Koordinierung der nationalen Geldpolitiken unerwünscht und schädlich sei, nervt Bundesbankpräsident Weidmann die sogenannten Internationalisten im Kreis der globalen Finanzwelt. Gut so!

          Bundesbankpräsident Jens Weidmann nervt - in positivem Sinne. Mit seiner Mahnung, dass eine Koordinierung der nationalen Geldpolitiken unerwünscht und schädlich sei, nervt er die sogenannten Internationalisten im Kreis der globalen Finanzwelt, die alles und nichts als globale Aufgabe ansehen.

          Weidmanns Warnung richtet sich dabei an mehrere Adressaten. Da ist der Internationale Währungsfonds, der sich nur allzu gerne als internationales Sekretariat der Zentralbanken aufspielen möchte, um so Einfluss auf die Geldpolitik zu gewinnen. Da gibt es manche Finanzminister, die von dem Versagen der Finanzpolitik ablenken und die fiskalische Dominanz über die Geldpolitik nicht aufgeben möchten. Und da gibt es nicht wenige Schwellen- und Entwicklungsländer, die sich bevorzugt als Opfer ausländischer Wirtschafts- und Geldpolitik sehen, aber ungern an die eigenen Fehler zu Hause erinnert werden wollen.

          Weidmanns Warnung ist traditionell und doch zeitgemäß: Damit alle Notenbanken ihr Haus in Ordnung halten können, ist eine internationale Lenkung der Geldpolitik nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich. Die Verantwortung für das eigene Haus trägt immer noch jeder allein.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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